Stand: 15.03.2016 18:52 Uhr

Asylanträge - Ja oder Nein in 48 Stunden

In Schleswig-Holstein hat die Zahl der entschiedenen Asylverfahren im vergangenen Monat erstmals die Zahl der neuen Asylsuchenden überstiegen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will die Asylverfahren weiter beschleunigen. In Schleswig-Holstein sollen dazu bereits im Mai zwei sogenannte Ankunftszentren entstehen - und zwar in Neumünster und Glückstadt (Kreis Steinburg). Dort gibt es bereits Erstaufnahmestellen des Landes, die zu Ankunftszentren ausgebaut werden sollen. Das sagte der Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Rolf-Oliver Schwemer (parteilos), im Kreistag.

Schnelle Bescheide noch in den Zentren

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In den Zentren sollen die Flüchtlinge registriert und ärztlich untersucht werden. Außerdem sollen sie dort ihren Asylantrag stellen und angehört werden. Menschen, die keine Bleibeperspektive haben, sollen in den Zentren nach den BAMF-Plänen ihre Ablehnungsbescheide erhalten - und gar nicht erst auf Landesunterkünfte oder Kommunen verteilt werden. Asylbewerber, die mit hoher Wahrscheinlichkeit anerkannt werden, weil sie aus unsicheren Herkunftsländern kommen, könnten hingegen innerhalb von 48 Stunden entsprechende Bescheide erhalten. Das sind die Ziele, über die die Bundesbehörde während eines informellen Treffens informiert hatte. Landrat Schwemer brachte sie durch seine Rede im Kreistag nun an die Öffentlichkeit.

Landesinnenministerium zeigt sich überrascht

Die Pläne, über die zunächst der "Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag" berichtet hatte, sollen dazu beitragen, mindestens 50 Prozent der Asylanträge schneller zu bearbeiten. Dazu muss das BAMF seine Mitarbeiter in Schleswig-Holstein - Mitte Februar waren es knapp 60 - aber deutlich aufstocken. Schwemer zeigte sich zuversichtlich, "dass alle staatlichen Ebenen entlastet werden". Ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Innenministeriums begrüßte die Ziele, zeigte sich aber überrascht vom Zeitplan. Dass bereits im Mai mit den Ankunftszentren gestartet werden soll, sei bislang nicht auf Fachebene kommuniziert worden, so der Sprecher. Das Gleiche gelte für eine Entscheidung über Asylanträge innerhalb von 48 Stunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.03.2016 | 15:00 Uhr