Stand: 29.03.2017 20:31 Uhr

Angriffe im Netz: Ein Hacker redet Klartext

Lange braune Haare, zum Zopf gebunden, leger gekleidet - so steht Diplom-Informatiker Mark Semmler beim Telekommunikationsunternehmen "wilhelm.tel" in Norderstedt vor den gespannten Zuhörern. Der Nürnberger war früher Computer-Hacker. Heute arbeitet er als IT-Sicherheitsexperte, berät Unternehmen und klärt private Internet-Nutzer auf, wie sie sich vor Online-Angriffen schützen können. Etwa 70 Interessierte sind gekommen, der Saal ist voll.

Manipulationen im Netz sind einfach

Der 43-Jährige demonstriert an seinem Laptop mit ein paar simplen Tastenkombinationen, wie sich im Internet zum Beispiel bei einem Kauf der Preis manipulieren lässt - zum Schaden des Anbieters. Die Zuschauer können jeden seiner Klicks mitverfolgen, ein Beamer überträgt das Tippen auf eine Leinwand. Der durch Manipulation billigere Einkauf: nur ein Beispiel dafür, den Menschen zu zeigen, wie einfach sich und mit den "richtigen" Werkzeugen Schaden anrichten lässt.

Mails mit gefälschtem Absender

Mark Semmler fragt, ob ihm jemand für ein Experiment die E-Mailadresse geben würde. Eine Frau aus der letzten Reihe ruft ihm ihre entgegen. Er arbeitet wieder mit einem speziellen Programm. Öffnet ein Fenster, seine Finger flitzen über die Tastatur. Der Informatiker drückt die Enter-Taste. Ein paar Sekunden später leuchtet das Handy der Frau auf. Sie hat eine Mail von der fiktiven E-Mailadresse angie@cdu.de bekommen. Die Empfängerin guckt mit großen Augen und hochgezogenen Brauen auf ihr Telefon.

Praktische Tipps vom Ex-Hacker

"Niemals Anhänge öffnen, die Sie nicht kennen", rät der Informatiker. Die Leute gehen seiner Meinung nach mit ihren Daten im Internet leichtsinnig um und sind deshalb leichte Opfer für Hacker. Niemand würde einem Dieb freiwillig die Tür zu seinem Zuhause öffnen, sagt Semmler und fragt: "Warum tun das Menschen im Internet?" Er rät ihnen, auch im Netz ihre Privatsphäre zu wahren: "Veröffentlichen Sie nur das, was Sie auch auf einer Litfasssäule schreiben würden." Außerdem sei es sinnvoll, zuhause Daten auf einer externen Festplatte zu sichern. Ein guter Schutz fange auch bei einem vernünftigen Anti-Virenprogramm und einer Fire-Wall an, so der 43-Jährige. Und zu guter letzt: Passwörter regelmäßig ändern sowie veraltete Software updaten.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.03.2017 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:21 min

TV-Duell: Beleidigungsvorwurf sorgt für Ärger

26.04.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
04:08 min

SH-Wahl: "Dienstfahrt mit ... Monika Heinold"

26.04.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:57 min

Lübeck: Angeklagte gestehen Kindesmissbrauch

26.04.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin