Stand: 04.12.2012 18:07 Uhr  | Archiv

Bücherverkauf: Anzeige gegen Archiv-Leiterin

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Noch mehr Bücher verkauft? Der Eklat um den Verkauf von historischen Bücher im Stralsunder Stadtarchiv geht in eine neue Runde. (Symbolbild)

Die Stadt Stralsund hat Anzeige gegen die suspendierte Leiterin des Stralsunder Stadtarchivs, Regina Nehmzow, erstattet. Damit reagiert die Verwaltung auf den nicht genehmigten Verkauf von 1.000 Büchern aus dem Stralsunder Stadtarchiv im März dieses Jahres. Am Montag war bekannt geworden, dass weit mehr als die bisher bekannten 6.000 Bücher aus dem Stadtarchiv verkauft worden sind.

Nehmzow gerät immer mehr unter Druck

Nach Informationen von NDR 1 Radio MV hat die Leiterin des Stralsunder Stadtarchivs den Verkauf mit ihrer Unterschrift unter dem Vertrag genehmigt. Der Stralsunder Oberstaatsanwalt Ralf Lechte bestätigte auf Anfrage von NDR 1 Radio MV den Eingang der Anzeige gegen Nehmzow. Zudem liegen der Staatsanwaltschaft noch weitere Anzeigen im Zusammenhang mit dem Verkauf der insgesamt 7.000 Bücher aus dem Frühjahr und Sommer dieses Jahres vor -  die meisten richten sich gegen unbekannt.

20.000 Euro Kaufpreis wieder aufgetaucht

Nach Angaben der Stadtverwaltung sind inzwischen die als vermisst geltenden 20.000 Euro Kaufpreis für die Bücher auf den Stralsunder Konten gefunden worden. Regina Nehmzow ist bereits seit dem Bekanntwerden des umstrittenen Verkaufs der 6.000 Bände aus der Stralsunder Gymnasialbibliothek bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst befreit.

Die Aufarbeitung des gesamten Vorgangs, die Verkaufsabwicklung, der Überblick über die verkauften Bücher und ob der Stadt tatsächlich ein Schaden entstanden ist, wird laut Staatsanwaltschaft noch Wochen dauern.

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