Stand: 04.02.2016 14:16 Uhr

Zika-Virus: Antikörper-Tests aus Mecklenburg

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Mitarbeiter der Firma Euroimmun aus Dassow forschen an dem Zika-Virus.

In Brasilien werden Tests aus Mecklenburg-Vorpommern zur Bestimmung des Zika-Virus eingesetzt. Die brasilianische Gesundheitsbehörde erteilte am Mittwoch neuartigen Antikörper-Tests des Unternehmens Euroimmun aus Dassow (Kreis Nordwestmecklenburg) die Zulassung. Laut Euroimmun sind es die weltweit ersten für den Markt produzierten Antikörper-Tests, um das Zika-Virus nachzuweisen.

Neue Möglichkeiten zum Nachweis

Damit können spezifische Antikörper gegen das Virus im Blut des infizierten Patienten untersucht werden. Der Vorteil: Die Tests können sowohl akute Zika-Virus-Infektionen als auch bereits überstandene Erkrankungen anzeigen. Bislang konnte das Virus nur einige Tage nach Auftreten der Symptome festgestellt werden. Einer der beiden Tests ermöglicht es sogar, die Probe parallel noch auf andere Fieber-Erkrankungen zu untersuchen.

Euroimmun freut sich über "Durchbruch"

Das Unternehmen Euroimmun spricht von einem "Durchbruch" - gerade wegen der schnellen Freigabe durch die brasilianischen Behörden. In Dassow könnten nun pro Monat Tausende Tests produziert werden - je nach Nachfrage. Die ersten Lieferungen werden noch bis zum Wochenende nach Brasilien geschickt, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

Verdacht: Zika löst Fehlbildungen bei ungeborenen Babys aus

Mangelhafte Diagnosetests sind ein Grund dafür, dass es in Brasilien als dem weltweit am stärksten betroffenen Land bisher nur Schätzungen zum Umfang der Infektionen gibt. Seit Anfang vergangenen Jahres breitet sich das Zika-Virus auf dem amerikanischen Kontinent aus. Es steht im Verdacht bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ungeborenen Babys auszulösen. Symptome sind leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschläge und Bindehautentzündungen. In den meisten Fällen bleibt eine Infektion unbemerkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.02.2016 | 12:00 Uhr