Stand: 27.09.2017 18:41 Uhr

Wolfsrudel in MV beschäftigen den Landtag

Der Wolf in Mecklenburg-Vorpommern: Wie gelingt ein konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Tier?

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat am Mittwoch einen einheitlichen Umgang mit den zunehmenden Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere gefordert. Der Bund müsse auf der nächsten Umweltministerkonferenz im November endlich definieren, wie mit Problemwölfen umgegangen werden soll, so Backhaus im Schweriner Landtag.

Drei bis fünf Rudel leben im Nordosten

Einheitliche Rechtsgrundlagen seien nötig, um solche Wölfe zu vergrämen oder zu erlegen. Der Landtag diskutierte auf Antrag von CDU und SPD über die Entwicklung der Wolfspopulation im Land und die zunehmenden Übergriffe des Raubtiers auf Nutztiere. Laut Backhaus leben in Mecklenburg-Vorpommern drei gefestigte Rudel, zwei weitere seien im Aufbau begriffen.

Wolfsopfer: Schafe und Ziegen - und zuletzt sogar ein Ochse

An die Schaf- und Ziegenhalter appellierte Backhaus, ihre Herden zu schützen. Im Nordosten gab es in diesem Jahr bereits 16 Wolfsattacken auf Nutztiere, zwei mehr als im Jahr 2016. Bei der Hälfte der Fälle hatten die Schaf- und Ziegenbesitzer keine Schutzmaßnahmen ergriffen, kritisierte Minister Backhaus. Zuletzt hatten Wölfe einen rund 400 Kilogramm schweren Ochsen bei Schlesin getötet.

Züchter fordern Abschüsse, Tierschützer ein Nebeneinander

Der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes, Jürgen Lückhoff, forderte schnellere Hilfen vom Land bei Wolfsangriffen. Bei Wolfsattacken könne es nicht sein, dass die Halter wochenlang auf die Analyse warteten. Aggressive Exemplare müssten kurzfristig entnommen werden, so Lückhoff. Kristin Zscheile vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie sprach sich für ein weiteres Miteinander von Wolf und Mensch aus. Die Rückkehr des Wolfes nach Mecklenburg-Vorpommern sei ein natürlicher Vorgang. Das Augenmerk solle nun darauf gerichtet werden, das Nebeneinander von Mensch und Wolf so konfliktarm wie möglich zu gestalten.

Seit 2000 Wölfe zurück in Deutschland

In Mecklenburg-Vorpommern hatten sich die ersten Wölfe vor rund elf Jahren angesiedelt. Zu Beginn waren es einzelne Tiere, im Sommer 2014 konnte dann in der Lübtheener Heide und der Ueckermünder Heide der erste Wolfsnachwuchs nachgewiesen werden - mithilfe von Fotofallen. Laut dem Schweriner Agrarministerium leben derzeit mindestens drei Wolfsrudel und mehrere Wolfspaare im Nordosten.

Ein Wolfsrudel

Der Wolf in MV: Glücksfall oder Dauerrisiko?

Nordmagazin -

Wölfe sind in Mecklenburg-Vorpommern wieder heimisch - was Artenschützer freut, sehen viele Landwirte mit Sorge. NDR Journalistin Ina Lebedjew informiert zum Problem der Wolfsrisse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.09.2017 | 20:15 Uhr

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