Stand: 27.10.2015 09:00 Uhr

Wolf aus Lübtheener Heide erhält Peilsender

Ein 34 Kilogramm schwerer Wolfswelpe wurde mit dem Peilsender ausgestattet.

In Mecklenburg-Vorpommern ist es erstmals gelungen, einen Wolf mit einem Peilsender auszustatten. Das Tier kann nun über ein GPS-Halsband jederzeit geortet werden. Wo schlafen freilebende Wölfe? Was fressen sie? Wie viele Kilometer legen sie am Tag zurück? Und wie verhalten sie sich im Rudel? Antworten auf diese und andere Fragen soll der Wolf über den Sender liefern.

Wolfswelpen Halsband angelegt

Jahrelang haben Experten hierzulande versucht, einen Wolf einzufangen, um ihm ein Halsband mit Peilsender anzulegen. Vor wenigen Tagen ist das geglückt. Ein Wolfswelpe, ein 34 Kilogramm schweres Männchen aus dem Rudel in der Lübtheener Heide, sammelt jetzt wertvolle Daten für die Wissenschaft. Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach von einem tollen Erfolg für alle Beteiligten.

Wolfsmeldungen

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland ist für die Datenerfassung von Wolfsbeständen zuständig. Kontaktdaten zur Meldung von Hinweisen auf Wölfe:
Tel.: 035727 / 577 62
Fax: 035727 / 577 90 94
E-Mail: kontakt@buero-lupus.de.

Alternativ können sich Bürger an Wolfsbeauftragte in ihrem Bundesland wenden.

Wölfe wanderten aus dem Osten ein

Zurzeit leben in Deutschland mindestens 30 Wolfsrudel, zwei davon in Mecklenburg-Vorpommern, nämlich in der Ueckermünder sowie in der Lübtheener Heide. Laut früheren Angaben des Umweltministeriums hatten Wolfsrüden schon vor rund zehn Jahren in den beiden weitgehend menschenleeren Heidegebieten an der Elbe und südlich des Stettiner Haffs neue Reviere gefunden. Die Wölfe waren in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten von Osten her aus Polen zugewandert. Nachdem sie Partnerinnen fanden, stellte sich Nachwuchs ein. Die Wölfe haben mehrfach Nutztiere gerissen. Die Landesregierung reagierte darauf mit einem Entschädigungsprogramm und finanziellen Hilfen zum besseren Schutz vor Wolfsangriffen.

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Der Wolf war ursprünglich unter den Großsäugern das Tier mit der größten weltweiten Verbreitung. Er bevölkerte die gesamte nördliche Halbkugel nördlich des 15. Breitengrades, auch in Mexiko, Nordafrika, Arabien und Indien war er beheimatet. Die Verfolgung und Lebensraumzerstörung führte dazu, dass der Wolf in Westeuropa und selbst in Skandinavien schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet war. Auch in Deutschland galt die Art länger als hundert Jahre als "ausgestorben". Mittlerweile ist der Beutegreifer aus dem Osten zurück nach Mitteleuropa gekehrt. Insgesamt leben derzeit zwischen 10.000 und 20.000 Wölfe in Europa, schätzt die Umweltstiftung WWF. Sie gelten immer noch als hochgefährlich und unberechenbar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.10.2015 | 09:00 Uhr