Stand: 12.04.2017 12:54 Uhr

Verkehr gefährdet - Angelverbot auf Rügendamm

Mitten in der Heringssaison wird eines der beliebtesten Angelreviere Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen. Das Angeln auf dem Rügendamm zwischen Stralsund und der Ostseeinsel werde in diesem Jahr nicht mehr geduldet, teilte das Verkehrsministerium am Mittwoch mit. Das Verbot gelte ab Donnerstag. Schon in den nächsten Tagen würden Angelverbotsschilder an dem bei Petrijüngern beliebten Standort interimsweise aufgestellt - bis zur Errichtung einer Schutzvorrichtung, die Autofahrer vor zu schwungvoll ausgeworfenen Angelhaken und -gewichten schützen soll.

Angler gefährden Verkehrsteilnehmer

Das Ministerium begründet das Verbot mit der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf der parallel verlaufenden Rügenbrücke. Schon seit 2010 seien Angler darauf hingewiesen worden, beim Auswerfen ihrer Angeln andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. "Der überwiegende Teil der Angelfreunde hält sich daran. Aber es gibt leider immer wieder schwarze Schafe, die dies nicht tun", sagte Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamts Stralsund. Sendrowski präsentierte am Mittwoch eine Kiste mit Bleien, Haken und Schnüren, die in den vergangenen sechs Wochen auf der Rügenbrücke gefunden worden waren.

Haken auf Fahrbahn, Auto beschädigt

Mitarbeiter der Behörde würden immer wieder Haken und Gewichte von der Brücke sammeln. Kürzlich hatte sich sogar ein Autofahrer darüber beschwert, dass sein Auto von einem Angelgewicht beschädigt worden sei. Daraufhin entschieden sich Landwirtschafts- und Verkehrsministerium zu dem vorübergehenden Angelverbot auf der Nordwestseite des Damms. "Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf der Rügenbrücke hat Vorrang", sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Verbot bis zur Errichtung der Schutzvorrichtung

Die beiden Ministerien hatten sich 2010 darauf geeinigt, das Angeln in der Herings- und Hornfischsaison vom 15. März bis 15. Juni als Sondernutzung zu dulden. Das vorübergehende Verbot soll solange bestehen bleiben, bis die geplante Schutzvorrichtung gebaut ist. Sie soll Angler am weiten Ausholen mit ihrem Gerät hindern. "Diese Konstruktion muss geplant und beschafft werden, was sich nicht von heute auf morgen realisieren lässt. Sobald sie angebracht ist, werden wir das Angelverbot wieder aufheben", so Backhaus.

Verständnis beim Landesanglerverband

Der Landesanglerverband reagierte mit Verständnis. Es sei leider immer wieder zu Zwischenfällen gekommen, deshalb sei die vorübergehende Einschränkung gerechtfertigt. "Es ist sehr bedauerlich, dass nun die Petrijünger, die sich an die Regeln halten - und das ist die große Mehrheit - für das Fehlverhalten einiger weniger die Konsequenzen mittragen müssen", sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Brillowski.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.04.2017 | 12:00 Uhr

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