Stand: 25.07.2017 17:58 Uhr

Touristen-Radwege sollen modernisiert werden

In Mecklenburg-Vorpommern wird die Sanierung der Touristen-Radwege in Angriff genommen. Nach Angaben des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs (ADFC) soll es dazu einen Arbeitskreis geben, an dem sich das Land, die Kreise und Kommunen, der ADFC und Tourismusverbände beteiligen. Diese Koordinierungsgruppe soll ein Modernisierungsprogramm für die Radstrecken auf den Weg zu bringen.

Zwei Fahrradfahrer in Mecklenburg-Vorpommern.

Immer mehr Fahrrad-Touristen meiden MV

Nordmagazin -

2016 rutschte Mecklenburg-Vorpommern bei einer Umfrage unter Radtouristen auf Platz sieben ab. Der Grund: Viele Wege sind kaum noch befahrbar, die Beschilderung teils veraltet.

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Ein Fünftel der Strecken in schlechtem Zustand

Mecklenburg-Vorpommern verliert nach Angaben des ADFC seit Jahren in der Gunst der Fahrradtouristen. Ein Grund dafür sei der schlechte Zustand vieler Radwege. Bei vier untersuchten Fernradwegen des Landes seien insgesamt 20 Prozent der Strecken in einem schlechten Zustand. Dabei gehe es nicht nur um schlechte Oberflächen, sondern auch um fehlende oder falsche Wegweiser und Infotafeln. Außerdem fehlten vernünftige Rastplätze. Untersucht wurden der Ostseeküstenradweg, der Radweg Berlin-Kopenhagen, der Mecklenburger-Seen-Radweg und der Oder-Neiße-Radweg.

Pilotprojekt: Radweg Berlin-Kopenhagen

In einem Pilotprojekt soll nun zunächst die Modernisierung des Radweges Berlin-Kopenhagen angegangen werden. Der ADFC-Landesvorsitzende Martin Elshoff schätzt die Kosten für eine Sanierung der genannten vier Fernradwege auf insgesamt rund 50 Millionen Euro. Er betont das wirtschaftliche Potenzial von Fahrradtouristen. Jeder lasse im Schnitt 74 Euro pro Tag in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land Brandenburg habe die Qualität seiner Radwege mit einem Modernisierungsprogramm von rund 40 Millionen Euro spürbar verbessert.

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Opposition fordert mehr Unterstützung vom Land

Die Opposition forderte das Land zum schnellen Handeln auf. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, sagte: "Gebraucht wird deutlich mehr Geld und Leidenschaft von der Landesregierung." Sie forderte im Rahmen der ab Herbst laufenden Haushaltsberatungen für den Landesetat 2018/2019 personelle und finanzielle Unterstützung. Auch die AfD verlangte ein Ende des Investitionsstaus. Über Jahre hinweg seien wichtige Investitionen in das Radverkehrsnetz aufgeschoben worden, kritisiert der tourismuspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes.

Ministerium verweist auf Zuständigkeit der Kommunen

Laut Infrastrukturministerium stehen für die Jahre 2017 bis 2020 jährlich 3,25 Millionen Euro für die Förderung der touristischen Radwege zur Verfügung. Überwiegend seien es kommunale Radwege und dementsprechend seien die Kommunen für den Unterhalt verantwortlich. Nur einige wenige Fernradwege verliefen entlang von Bundes- oder Landesstraßen, so ein Ministeriumssprecher. Dort sei das Land zuständig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.07.2017 | 15:00 Uhr

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