Stand: 01.08.2017 18:53 Uhr

Stavenhagener Pfanni-Werk auf dem Prüfstand

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Uniliver bewirbt das Pfanni-Werk in Stavenhagen als "die modernste Kartoffelküche Europas". (Archivbild)

Nach einer Ankündigung des Mutterkonzerns Unilever befürchten die 200 Mitarbeiter des Pfanni-Werkes in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Kürzungen bei Löhnen und Sozialleistungen. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Schließung des Werkes, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Montag in Neubrandenburg mitteilte. Auf einer Betriebsversammlung in Hamburg informierte der Konzern Unilever die Beschäftigten über Sparmaßnahmen.

Sparprogramm: Ostdeutsche Standorte auf dem Prüfstand

Hintergrund ist ein Sparprogramm bei Unilever. Entsprechende Pläne bestätigte die Unilever-Geschäftsführung in Hamburg NDR 1 Radio MV. Demnach will Unilver drei Standorte in Ostdeutschland - neben Stavenhagen auch das Pfanni-Werk in Auerbach im Vogtland (Sachsen) sowie das Margarine-Werk Pratau (Sachsen-Anhalt) - auf den Prüfstand stellen.

In einer Wirtschaftslichkeitsstudie und einer gründlichen Analyse des Marktes wolle sich Unilever in Zukunft im Lebensmittelbereich insgesamt deutlich profitabler aufstellen, bestätigte Unternehmenssprecher Konstantin Bark. Wenn diese Studie zu dem Ergebnis kommt, dass ein Standort nicht wirtschaftlich genug ist, dann könne das im äußersten Fall auch zur Folge haben, dass zugemacht wird, befürchtet Soggeberg. Konzernsprecher Bark schloss jedoch Betriebsschließungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus.

Übernahmeversuch jüngst gescheitert

Mit dem Sparprogramm wolle sich Unilever besser für künftige "feindliche Übernahmen" durch andere Investoren wappnen. Vor etwa einem halben Jahr hatte der amerikanische Großkonzern Kraft-Heinz Company versucht, Unilever gegen dessen Willen zu übernehmen. Die Kraft-Heinz-Company ist neben Nestlé einer der größten Konkurrenten von Unilever. Die US-Amerikaner boten seinerzeit 142 Milliarden Dollar, kamen aber nicht zum Zuge. Unilever will mit dem Sparprogramm die Kosten in den nächsten drei Jahren um sechs Milliarden Euro senken.

Unilever beschäftigt in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 5.000 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 168.000 Beschäftigte. Das Werk in Stavenhagen war nach 1990 neu entstanden, hat rund 200 Mitarbeiter und gilt als einer der modernsten Kartoffelverarbeiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.08.2017 | 18:30 Uhr

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