Stand: 26.01.2016 17:42 Uhr

Missbrauchsskandal: Ausschuss soll aufklären

Die Schweriner Stadtvertreter haben einstimmig einen Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen rund um den Verein "Power for Kids" eingesetzt. Dessen Mitgründer und langjähriger Chef steht wegen Kindesmissbrauchs in 62 Fällen vor Gericht. Das mit neun Kommunalpolitikern besetzte Gremium soll nun kären, warum das Jugendamt nach den ersten Hinweisen auf Kindesmissbrauch im Januar 2015 ein halbes Jahr lang weder Polizei noch Verein informierte.

Opfer-Anwältin: Hinweise auf weitere Taten

Peter B., Mitgründer und lange Chef bei "Power for Kids", war erst im August festgenommen worden. Er steht mittlerweile wegen Kindesmissbrauchs in 62 Fällen vor Gericht und hat die Taten zugegeben. Die Redner aller Fraktionen attestierten dem Jugendamt Versäumnisse. Wie die Anwältin Christine Habetha, die Opfer in dem Fall vertritt, am Dienstag im Gespräch mit NDR 1 Radio MV sagte, gebe es Hinweise auf weitere schwerwiegende Fälle. Mehrere Taten hätten sich vermutlich auch noch nach der Information an das Schweriner Jugendamt durch einen Schulsozialarbeiter zugetragen, so Habetha.

Stadtverwaltung und Jugendhilfeausschuss werden nicht untersucht

Den Änderungsantrag einer Stadtvertreterin, den Untersuchungsauftrag des Ausschusses auch auf die Stadtverwaltung insgesamt und den Jugendhilfeausschuss auszuweiten, lehnte das Kommunalparlament ab. Ein Termin für das erste Zusammentreten des Ausschusses ist noch nicht angesetzt. Das werde aber zeitnah sein, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.01.2016 | 06:00 Uhr