Stand: 11.04.2017 12:05 Uhr

"Seefuchs" sticht zur Flüchtlingsrettung in See

Der frühere Fischkutter "Seefuchs" ist am Dienstagmittag von Stralsund aus in Richtung Mittelmeer in See gestochen. Dort soll das Traditionsschiff in Diensten der Hilfsorganisation "Sea Eye" Flüchtlinge in Seenot retten. Die "Seefuchs" wird von acht Besatzungsmitgliedern ins Mittelmeer gebracht. Die erste Etappe ist Brest in Frankreich. Anschließend geht es weiter über Malaga nach Malta. Von dort aus will die "Seefuchs" ab Mitte Mai mit ihren Fahrten vor der libyschen Küste beginnen, um Flüchtlinge zu retten.

Es wurde noch lange gewerkelt

Laut "Sea-Eye"-Mitarbeiter Frank Scholz dauerten die Umbauarbeiten an Bord bis zum Auslaufen an. Denn zwischen dem Kauf des vor rund 60 Jahren in Boizenburg gebauten Kutters und der Abfahrt sei nur wenig Zeit geblieben. Die "Seefuchs" sei zwar ein altes Schiff, aber gut gewartet und gut erhalten, so Scholz.

Auf der Ostsee unterwegs

Zu DDR-Zeiten war das Schiff als Fischkutter im Einsatz. Nach der Wende wurde die "Seefuchs" ein Charterschiff für ganz unterschiedliche Passagiere wie Wissenschaftler oder Urlauber. Dann lag der Kutter jahrelang im Greifswalder Museumshafen, musste den Liegeplatz dort aber verlassen, als das neue Sperrwerk gebaut und die Fahrrinne zu klein wurde. Seitdem lag die "Seefuchs" am Dänholm in Stralsund und ging gelegentlich noch auf Expeditionsfahrten für das Deutsche Meeresmuseum. Doch mit 50.000 Euro Betriebskosten im Jahr, Reparaturen und neuen Vorschriften für Traditionsschiffe ging den bisherigen Besitzern die "Puste" aus, sodass sie sich für den Verkauf entschieden.

Weitere Informationen

Kutter aus Rostock startet zur Flüchtlingsrettung

Das Entsetzen über die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer trieb den Unternehmer Michael Buschheuer dazu, sich ein Schiff zu kaufen. Heute ist die "Sea Eye" von Rostock zum Hilfseinsatz gestartet. (22.02.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.04.2017 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:53

Jamaika: Geteiltes Echo auf das Scheitern

20.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:01

Experteninterview zum Jamaika-Aus

20.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
01:56

Fischsterben: Verwarnung und Freisprüche

20.11.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin