Stand: 03.10.2016 10:25 Uhr

Schweriner Innenstadt: Es brodelt weiter

Auf dem Marienplatz kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

In der Schweriner Innenstadt brodelt es weiter. Nach einer Prügelattacke am Sonntagabend sucht die Polizei Zeugen. Den Beamten zufolge sollen mehrere Tatverdächtige in der Nähe des Doms einen jungen Mann mit einem Seil niedergeschlagen und getreten haben. Außerdem bedrohten sie zwei Motorradfahrer mit einem Messer, wie Augenzeugen berichtet hätten. Die Unbekannten konnten schließlich Richtung Pfaffenteich und Marktplatz flüchten. Sie werden als junge Männer mit arabischem Aussehen und schwarzen Haaren beschrieben. Einer von ihnen war mit einem auffälligen türkisfarbenen Pullover bekleidet.

Attacke vom Freitag von Rechten ausgeführt

Derweil hat die Polizei nach der Attacke einer Gruppe von rund 30 Einheimischen auf etwa zehn Zuwanderer am Freitagabend auf dem Schweriner Marienplatz bestätigt, dass die Festgenommenen eindeutig der rechten Szene zuzuordnen seien. Bei dem Angriff war ein junger Deutscher, der mit der Gruppe der Migranten unterwegs war, leicht verletzt. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs aufgenommen. Auch am Wochenende sicherten Beamte wieder die Schweriner Innenstadt. Dabei stellten sie einen mit Haftbefehl gesuchten Migranten. Der 15-Jährige sei schon mehrfach wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung auffällig geworden. Das Amtsgericht Schwerin ordnete eine Jugendarreststrafe an.

Schon häufiger Gewalt am Marienplatz

Auf dem Marienplatz war es in jüngster Zeit häufiger zu Auseinandersetzungen gekommen. Dabei war laut Insidern stets auch eine Gruppe minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge beteiligt. Laut Polizei waren diese in die Auseinandersetzung am Freitagabend aber nicht involviert. Zuletzt hatten am Dienstag zwei Syrer andere Migranten sowie einen Schweriner attackiert und mit einem Messer bedroht.

Stadt will mehr Straßensozialarbeit

Wegen der regelmäßigen Gewalt im Stadtzentrum hatte die Polizei vor Wochen schon ihre Präsenz erhöht. Auf dem Marienplatz treffen sich laut Polizei immer wieder Gruppen von überwiegend jungen Zuwanderern und auch Gruppen Einheimischer. Um das Problem in den Griff zu kriegen, stimmen sich Stadtverwaltung und Polizei regelmäßig ab. Es wurde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der unter anderem mehr Straßensozialarbeit vorsieht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.10.2016 | 12:40 Uhr

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