Stand: 12.01.2016 10:43 Uhr

Rostocker Robbenstation zurück am Liegeplatz

Die Rostocker Seehundforschungsanlage ist nach sechswöchiger Überholung in der Tamsen-Werft zurück an ihrem Liegeplatz. Das frühere Flussfahrgastschiff wurde am Donnerstagvormittag zu seinem Stammplatz im Jachthafen Hohe Düne geschleppt. Ab Ende März soll die Station für Besucher wieder nutzbar sein. Die Wissenschaftler können schon Ende Januar wieder an Bord.

Frische Farbe für Forschungsstation

Gehege mit zwölf Tieren

Das 54 Meter lange ehemalige Passagierschiff verfügt über Labore, Lager und Büros. Es ist die Basis der Forschungsstation, die zur Universität Rostock gehört. Das Gehege besteht aus einer 30 mal 60 Meter großen Netztasche. Darin leben neun Seehunde, zwei Seelöwen und ein Seebär. Bei der Forschung geht es vor allem um die Orientierung der Tiere. Bislang konnte nachgewiesen werden, dass Robben über die Barthaare einzelne kleine Wasserwirbel wahrnehmen - das sei Grundlagenforschung für die Entwicklung von Unterwassersensoren, sagte Stationsleiter Guido Dehnhardt.

Besucher können mit Robben schwimmen

Auf der Station wird aber nicht nur geforscht - auch zahlende Besucher sind willkommen. Im vergangenen Jahr waren es 40.000. Besucher können die Robben vom Sonnendeck des Institutsschiffs aus beobachten und den Wissenschaftlern bei der Arbeit zusehen - mehrmals täglich wird mit den Tieren trainiert. Nach Anmeldung ist es auch möglich, mit den Seehunden zu schwimmen oder zu tauchen.

Universität kommt für Wartungskosten auf

Die Überholung der Station in der Werft kostet rund 300.000 Euro. Das Geld wird von der Universität Rostock bezahlt. Das Land sieht sich - anders als üblicherweise bei Gebäuden der Universität - für die Instandhaltungskosten nicht zuständig. Auf Anfrage des NDR heißt es dazu aus dem Bildungsministerium, dass das Land die Auffassung vertrete, dass die Universität mit der Einrichtung der Stiftungsprofessur die entsprechenden Aufwendungen hätte voraussehen und einplanen müssen. Daher seien seitens des Landes, auch unter Berücksichtigung der finanziellen Situation der Universität Rostock in Bezug auf vorhandene Rücklagen, keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.01.2016 | 14:00 Uhr