Stand: 14.01.2016 16:02 Uhr

Prozess um Untergang der "Büchner" fortgesetzt

Der Untergang des früheren DDR-Ausbildungsschiffs "Georg Büchner" ist am Donnerstag vor der Seekammer des Bezirksgerichts im polnischen Danzig erneut verhandelt worden. Im Mittelpunkt standen Aussagen eines umstrittenen Heidelberger Schiffshändlers. Nach eigener Aussage hatte er das historische Schiffe kaufen wollen.

"Büchner" laut Schiffshändler nicht seetauglich

Der Händler hatte gegenüber polnischen Medien gesagt, die "Büchner" sei vor ihrer letzten Reise, die zur Verschrottung ins litauische Klaipeda führen sollte, nicht seetauglich gewesen. Das Schiff habe "in Rostock zerlegt und umgehend in den Hochofen gehört".

Hafenkapitän: Alle Genehmigungen erteilt

Die polnischen Behörden glauben offenbar dem Schiffshändler und gehen von fehlerhaften deutschen Gutachten aus, berichten Prozessbeobachter. Demnach hätte die "Büchner" in ihrem Zustand nie ablegen dürfen. Dem widerspricht der zuständige Rostocker Hafenkapitän Gisbert Ruhnke: Alle Genehmigungen, auch die international geltenden, zur Verschiffung seien erteilt worden.

Untergang auf dem Weg zur Verschrottung

Vertreter deutschen Behörden und Firmen waren am Donnerstag nicht bei der Verhandlung in Polen. Das Rostocker Traditionsschiff war beim Abschleppen Ende Mai 2013 auf dem Weg von Rostock nach Litauen gesunken. Das Wrack liegt in rund 30 Meter Tiefe vor der polnischen Küste.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.01.2016 | 17:30 Uhr