Stand: 18.02.2016 07:00 Uhr

Opposition bemängelt Pegels Verkehrsplan

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Steuert MV auf ein verkehrspolitisches Desaster zu? Dieser Meinung ist die Fraktion Die Linke.

Von der Opposition im Landtag gibt es massive Kritik am integrierten Verkehrsplan der Landesregierung, den Minister Christian Pegel (SPD) am Mittwoch in Schwerin vorgestellt hatte. Linke und Grüne bezeichnen den Plan als vage, er bleibe eine Absichtserklärung und nenne keine Lösungen.

Linke: Land steuert auf verkehrspolitisches Desaster zu

Die Linke kritisiert: Mit der Einstellung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow schaffe das Land Tatsachen, die einem integrierten Verkehrsplan zuwiderlaufen würden. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) wolle Hauptstrecken schaffen, eine schnelle Anbindung des südlichen Mecklenburgs an Hamburg und Berlin sei durch die Wegfall der Südbahn aber verloren, so die Verkehrsexpertin der Linken, Mignon Schwenke. Damit steuere das Land auf ein verkehrspolitisches Desaster zu, meint Schwenke.

Grüne: Keine nachhaltige Verkehrspolitik erkennbar

Fünf Jahre habe Mecklenburg-Vorpommern für die Erarbeitung des Landesverkehrsplans gebraucht, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Johann-Georg Jaeger. Dabei könne er keine nachhaltige Verkehrspolitik erkennen. Es gehe nicht klar hervor, wie der Bahnverkehr künftig aussehen solle, welche Bahnstrecken bestellt würden.

Eckpunkte des Verkehrsplans

Im von Minister Pegel vorgestellten Entwurf des Landesverkehrsplans wurden verschiedene Eckpunte thematisiert: Es gehe darum, so Pegel, bei immer weniger zur Verfügung stehenden Mitteln, einer älter werdenden Bevölkerung und einem dünn besiedelten Land die besten Verkehrsverbindungen entstehen zu lassen. Künftig soll es im öffentlichen Personennahverkehr landesweite leistungsfähige Schnellverbindungen geben, dazu Busse in die Regionen hinein und Anrufsammeltaxis oder -busse auf Nebenstrecken.

In besonders dünn besiedelten Regionen könnten auch andere Möglichkeiten eingesetzt werden, so der Minister. Zum Beispiel Kombibusse - also der Postbus, der eventuell jemanden mitnehmen könnte. Wichtig sei die Verknüpfung, die aktuell noch fehle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.02.2016 | 07:00 Uhr