Stand: 14.11.2015 15:30 Uhr

Nordost-CDU: Caffier als Chef bestätigt

Die CDU-Mannschaft müsse vom Maschinenraum der MV-Regierung auf die Kommandobrücke wechseln, betonte Lorenz Caffier auf dem Parteitag.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier bleibt CDU-Landeschef. Auf dem Parteitag in Binz auf Rügen wurde er mit klarer Mehrheit im Amt bestätigt: 124 von 139 Delegierten stimmten für den 60-Jährigen, der die Partei seit 2007 führt und ohne Gegenkandidaten angetreten war. Mit einem Stimmenanteil von 89,2 Prozent fiel das Ergebnis damit deutlich besser aus als bei seiner Wiederwahl 2013. Damals hatte Caffier lediglich 59,6 Prozent der Delegierten hinter sich gebracht.

JU-Chef Liskow nicht mehr im Landesvorstand

Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden Justizministerin Uta-Maria Kuder, der Unions-Haushaltexperte im Bundestag Eckhardt Rehberg und der ehemalige Oberbürgermeister von Neubrandenburg Paul Krüger im Amt bestätigt. Einzige Überraschung des Parteitags: Ausgerechnet der Chef der Jungen Union, Franz-Robert Liskow, fiel bei der Vorstandswahl durch und ist nicht mehr im Spitzengremium vertreten.

Gedenken an Paris

Der Parteitag begann am Tag nach den Terroranschlägen von Paris mit einer Andacht der Binzer Pastorin Christel Handt. Sie zündete vorn am Pult eine Osterkerze an, die Delegierten sangen und beteten - kein normaler Parteitag. Ein sichtlich betroffener Innenminister Caffier eröffnet das Treffen. Er hatte sich zuvor schockiert über die Terroranschläge von Paris gezeigt. Die Solidarität gelte der französischen Nation. In seiner mit viel Beifall quittierten Rede stellte er den Umgang mit den ankommenden Flüchtlingen in den Mittelpunkt.

Nationale Töne in Caffiers Rede

Caffier schlug aber auch nationale Töne an: Deutschland sei ein deutsches Land, die Herausforderungen dürften nicht auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung ausgetragen werden, die Flüchtlingskrise dürfe nicht zu einem Leistungsabbau für die Einheimischen führen. Deutschland sei nicht das Job-Center des Westbalkan. Caffier warb um Verständnis für Teilnehmer der aktuellen ausländerfeindlichen Demonstrationen. Nicht jeder, der dort mitmarschiere, sei ein Ewiggestriger oder Rechtsradikaler.

Selbstbewusst Richtung Landtagswahl

Bild vergrößern
Die Partei zeigt sich ein Jahr vor der MV-Landtagswahl selbstbewusst.

Caffier zeigte sich zehn Monate vor der Landtagswahl selbstbewusst: Die CDU habe lange genug im Maschinenraum der Regierung für Dampf gesorgt und das Schiff MV vorangebracht, jetzt müsse die Mannschaft auf die Kommandobrücke wechseln. Dafür bekam er besonders viel Applaus.

Kanzlerin blieb in Berlin

Caffier kündigte an, dass er möglicherweise noch zu einem Sicherheitstreffen müsse, er habe die Polizei im Land zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen. Eine am Sonnabend neu aufgestellte Kommission im Landeskriminalamt tausche sich bereits mit den Bundesbehörden aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihre Teilnahme am Parteitag schon am morgens abgesagt und blieb aufgrund der aktuellen Lage in Berlin.

Weitere Informationen

Landes-CDU: Caffier soll's machen

Auf dem Parteitag der Nordost-CDU am Wochenende in Binz auf Rügen strebt Lorenz Caffier seine Wiederwahl als Landesvorsitzender an. In der Führungsriege rückt allmählich ein Generationswechsel näher. mehr

Caffier soll CDU-Landesvorsitzender bleiben

Der bisherige CDU-Landeschef Lorenz Caffier soll auch künftig an der Spitze des Landesverbandes stehen. Der 60-Jährige wurde in Güstrow vom Landesvorstand einstimmig nominiert. mehr

Merkel sagt "Glückwunsch" in Schwerin

Eigentlich wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Kurzvisite in Schwerin das 25-jährige Jubiläum der CDU-Landtagsfraktion würdigen. Doch um das Thema Flüchtlinge konnte sie keinen Bogen machen. mehr

CDU-Mann Ringguth sagt dem Landtag ade

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Wolf-Dieter Ringguth, kandidiert überraschend nicht wieder für den Landtag. Bürgermeister von Rechlin werde er aber bleiben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.11.2015 | 14:00 Uhr