Stand: 25.06.2017 11:33 Uhr

UV-Filter aus Sonnencreme belasten die Ostsee

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Im vergangenen Sommer nahm Kathrin Fisch Wasserproben in der Ostsee vor Rostock-Warnemünde.

Das falsche Auftragen von Sonnencreme, führt nach Ansicht von Experten des Leibnitz-Institus für Ostseeforschung Warnemünde zu Schäden in der Meeresumwelt. Etwa 30 Nanogramm UV-Filter pro Liter Ostseewasser, die aus Sonnencremes stammen, stellte Chemikerin Kathrin Fisch bei Messungen im Ostseebad Warnemünde fest. In einem Ostseezufluss bei Bad Doberan waren es sogar 170 Nanogramm pro Liter. Mengen dieser Größenordnung - ein Nanogramm ist ein milliardstel Gramm - hält Fisch für wahrscheinlich ungefährlich für Menschen.

Langzeitwirkungen noch unklar

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Da die Verdünnung der Sonnenschutzmittel im Meer "gewaltig" sei, sieht der Chef des Thünen-Instituts für Ostseefischerei Rostock, Christopher Zimmermann, auch die Fischbestände nicht akut in Gefahr. Abzuwarten seien aber Langzeitfolgen, wie sie beispielsweise bei Aalen beobachtet werden können. Untersuchungen hatten ergeben, dass sich Chemikalien im Süßwasser im Körper der Fische anreichern und zu hormonellen Veränderungen führen. Vor allem Medikamentenrückstände im Wasser seien für Veränderungen im Hormonsystem von Fischen, Muscheln und anderen Meerestieren verantwortlich, da diese von Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können und so in Gewässer gelangen, so Fisch.

Erst baden, dann cremen

Häufig führe der falsche Gebrauch von Sonnenschutzmitteln zu einem erhöhten Eintrag von UV-Filtern in die Gewässer. Zu großzügig aufgetragene Sonnencreme und zu kurze Wartezeit vor dem Baden seien verantwortlich für die in der Ostsee nachgewiesenen UV-Filter-Partikel, so Fisch. Sie wirbt dafür, dass Strandbesucher erst baden und dann cremen, um die Wasserqualität nicht unnötig zu beeinträchtigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.06.2017 | 12:00 Uhr

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