Stand: 07.09.2017 19:15 Uhr

Nach Anti-Terror-Einsatz: Keine "Todesliste"

Bei den Ermittlungen gegen zwei Terrorverdächtige in Mecklenburg-Vorpommern sind neue Einzelheiten bekannt geworden. Wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte, sei nach bisherigen Erkenntnissen keine anfangs vermutete "Todesliste" gefunden worden. Die Ermittler hatten zunächst Hinweise auf eine solche Liste mit Personen aus dem linken Spektrum, die im Krisenfall getötet werden sollten.

Ministerium: Keine unmittelbare Gefährdung

Wie eine Sprecherin der Ministeriums sagte, habe das Landeskriminalamt vom Bundeskriminalamt Unterlagen aus sichergestellten Ordnern bekommen. "Die übersandten Ordner stellen keine Liste gefährdeter Personen dar und nach Feststellung des BKA besteht gegenwärtig auch keine unmittelbare Gefährdung", hieß es. Die jetzt übermittelten Akten würden nun noch einmal vom Landeskriminalamt ausgewertet.

Durchsuchungen in Rostock, Grabow und bei Schwerin

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen Rechtsanwalt aus Rostock und einen Polizeibeamten aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Am vergangenen Montagmorgen hatten Spezialkräfte des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei Wohnungen und Geschäftsräume von ihnen sowie von weiteren Personen durchsucht, die in dem Verfahren als unbeteiligte Zeugen geführt werden. Unter ihnen ist ein weiterer Polizeibeamter.

ARD-Recherchen: Beschuldigte sind "Prepper"

Nach Recherchen des ARD-Magazins Panorama handelt es sich bei den Männern um sogenannte "Prepper". Die Anhänger dieser Bewegung befürchten den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Für diesen Fall wollen sie vorbereitet sein (engl. "to be prepared"). In ihrer Gruppe mit dem Namen "Nordkreuz" sollen sie beispielsweise über Trinkwasseraufbereitung gesprochen und gemeinsames Schießtrainig absolviert haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.08.2017 | 19:00 Uhr

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