Stand: 31.07.2017 14:08 Uhr

Mehr Pendler: Rund 74.000 arbeiten außerhalb

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Der DGB Nord fordert, dass Unternehmen mehr für die Mobilität ihrer Arbeitnehmer tun: So sollten sie ein Jobticket mitfinanzieren. (Symbolbild)

In Deutschland gibt es immer mehr Pendler. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der pendelnden Beschäftigten um 0,2 Prozentpunkte auf einen neuen Rekordwert von 59,4 Prozent. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. In Mecklenburg-Vorpommern pendeln rund 178.000 Arbeitnehmer regelmäßig zwischen Wohn- und Arbeitsort - damit ist jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Nordosten Pendler.

Rund 74.000 Einwohner arbeiten außerhalb des Landes

Mehr als 74.000 Arbeitnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern fahren in andere Bundesländer, um dort zu arbeiten. Vor allem pendeln sie nach Hamburg, Schleswig-Holstein oder Berlin. Umgekehrt sind es nur rund 27.000 Beschäftigte, die zu ihrer Arbeit in den Nordosten fahren.

Pendleraktionstage zeigen Arbeitsmöglichkeiten im Nordosten

Die Agentur mv4you kümmert sich um Menschen, die nach Mecklenburg-Vorpommern kommen wollen, besonders auch Pendler. Projektleiterin Christina Kralisch sagte NDR 1 Radio MV, derzeit stünden rund 9.000 Frauen und Männer in ihrer Kartei, die im Land arbeiten wollen. Viele sagen, morgens besonders früh aufbrechen zu müssen und erst spät am Abend nach Hause zu kommen, beeinträchtige Familienleben und Erholung eindeutig. Mit Pendleraktionstagen - der nächste ist am 22. September - versucht die Agentur, Möglichkeiten für Fachkräfte aufzuzeigen, auch hier im Land zu arbeiten.

Pendlerstrecken im Schnitt mindestens 17 Kilometer lang

Als Flächenland verfügt Mecklenburg-Vorpommern über reichlich ländlichen Raum bei verhältnismäßig wenigen großen Städten. Das bedeutet auch für Pendler im Land eher lange Strecken. Im Bundesschnitt hat der Arbeitsweg eines Pendlers laut Studie inzwischen durchschnittlich mindestens knapp 17 Kilometer, 2015 waren es noch knapp 15 Kilometer. Laut Statistischem Landesamt ziehen allein die beiden größten Städte des Landes zehntausende Pendler an: Nach Rostock pendeln knapp 30.000 Beschäftigte, nach Schwerin immerhin noch rund 23.000.

DGB Nord: Arbeitgeber und Länder sollten Mobilität fördern

Angesichts der steigenden Pendlerzahlen in Deutschland hat der DGB Nord die Arbeitgeber aufgefordert, aktiver zu werden. Der Gewerkschaftsbund erwartet von den Arbeitgebern, dass diese für eine bessere Mobilität ihrer Beschäftigten sorgen. DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn meint, es seien mehr Unternehmen nötig, die ihren Angestellten ein Jobticket mitfinanzieren. Außerdem fordert er, die Verkehrsminister im Norden mussten gemeinsam einen Nordtarif für Bus und Bahn schaffen. Auch ein Azubi-Ticket bringt Polkaehn ins Spiel. Die Politik sei außerdem beim Thema sozialer Wohnungsbau gefragt - viele Beschäftigte pendelten nur, weil sie sich den teuren Wohnraum in Hamburg nicht leisten könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.07.2017 | 14:00 Uhr

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