Stand: 20.03.2016 14:20 Uhr

Landwirte erwarten geringere Ernte

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Gerste wird in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern wohl deutlich weniger geerntet.

In Mecklenburg-Vorpommern rechnen die Landwirte für dieses Jahr mit einer deutlich geringeren Ernte als im vergangenen Jahr. Grund dafür sind vor allem die Wetterextreme zum Jahresanfang. Nachhaltig geschädigtes Wintergetreide und Raps sollen vielerorts durch Sommerkulturen ersetzt werden. Viele Felder sind allerdings wegen des Regens der vergangenen Wochen kaum befahrbar.

Kahlfrost: Schützende Schneeschicht fehlt den Pflanzen

In den Senken eines Wintergerstenschlags bei Wahrstorf unweit von Rostock ist kaum noch eine Pflanze auszumachen. Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Papendorf, Klaus Zeplien, vermutet, dass dort im Januar der eisige Wind besonders gewütet hat: "Ohne schützenden Schnee hält das die stärkste Pflanze nicht aus."

Bis zu 20 Prozent Verlust bei Wintergerste erwartet

Noch größere Schäden als im Raum Rostock werden aus den Regionen Neubrandenburg und Güstrow-Bützow gemeldet. Dort waren die Wetterextreme im Januar besonders groß. Binnen weniger Stunden fielen die milden Temperaturen um Neujahr auf minus 15 Grad und darunter. Gleichzeitig blieb der Schnee als Schutzschicht über den Kulturen aus. In dem Fall sprechen die Bauern von Kahlfrösten. Beim Bauernverband in Güstrow erwartet man bei der Wintergerste nach bisherigem Stand Verluste von bis zu 20 Prozent. In einigen Regionen haben Landwirte zudem beim Raps eine Krankheit ausgemacht. Nur im Bereich Ludwigslust-Parchim ist die Situation vergleichsweise entspannt.

Expertenrat: Frühjahrsarbeiten noch etwas hinausschieben

Der Ackerbauexperte des Landesbauernverbandes in Neubrandenburg, Frank Schiffner, verweist auf die starken Niederschläge der vergangenen Wochen, in deren Folge die Böden voller Wasser sind. Weil es vielerorts Probleme mit der Drainage gibt, stehen riesige Pfützen auf Feldern und Wiesen. «Jetzt auf den Acker zu fahren, würde mehr Schaden anrichten, als Nutzen bringen», mahnt Schiffner zur Geduld.

Mit Aussaat der Sommerkulturen noch warten

Auch die Bestellung der Felder mit Sommerkulturen sollte nach Ansicht Schiffners noch warten. Der anhaltende Wechsel von Frost in der Nacht und Plusgraden am Tage bereite sowohl den Winterkulturen als auch Hafer, Erbsen, Kartoffeln und anderen Sommerfrüchten, die im März in den Boden kommen, extremen Stress. Sie würden nur schwer aufgehen und kaum wachsen. Ein paar Tage Verspätung bei der Bestellung hole die Natur erfahrungsgemäß wieder auf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.03.2016 | 09:00 Uhr