Stand: 28.02.2016 12:15 Uhr

Kulturerbe-Netzwerk setzt Schloss auf Rote Liste

In Mecklenburg-Vorpommern stehen mehr als 2.000 Schlösser, Herren- und Gutshäuser. 400 davon drohen zu verfallen, weil sie leer stehen. Nach Meinung der Vereinigung Europa Nostra ist eines der am stärksten bedrohten Bauwerke Schloss Divitz bei Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen). Das Kulturerbe-Netzwerk hat die Wasserburg auf ihre Liste der 14 am meisten bedrohten Kulturgüter Europas gesetzt - neben die Lagune von Venedig und den Justizpalast von Brüssel. Mitte März gibt Europa Nostra bekannt, welche Projekte es für das Programm der sieben meistgefährdeten Baudenkmäler ausgewählt hat.

Hoffen auf Rettungskonzept

"Wenn man auf diese Liste kommt, sehen wir eine große Chance für ein Rettungskonzept von den Experten von Europa Nostra und der Europäischen Investitionsbank" sagt der Divitzer Bürgermeister Christian Haß. "Für Divitz ist es eigentlich schon fünf nach zwölf", sagt Gerd Albrecht vom Förderverein Kulturgüter Divitz. Denn es handelt sich um eine einsturzgefährdete Ruine, in der sich der Schwamm ausgebreitet hat, der Putz bröckelt, Risse die Wände spalten und Löcher in den Dächern den Regen hineinlassen.

Gebäude soll vor Einsturz bewahrt werden

Im Dezember war es dem Verein nach langem Hin und Her mit dem ehemaligen Eigentümer gelungen, das 700 Jahre alte Ensemble aus Haus und Park zu kaufen. Die Wasserburg im Barthe-Tal hat eine reiche Geschichte. Diese soll später einmal im hauseigenen Museum erzählt werden. Gäste könnten dort wie einstmals die Ritter von Divitz nächtigen. Zunächst aber muss das Gebäude vor dem Einsturz bewahrt und notgesichert werden. Das kostet rund 1,2 Millionen Euro.

"Nicht lange warten"

Europa-Nostra-Vertreter haben sich die Burg an diesem Wochenende angeschaut. "Das ist ein unvorstellbares Kulturerbe", sagte das Brüsseler Delegationsmitglied Piet Jaspert. Das Schloss verdiene es, eine neue Zukunft zu bekommen. "Man sieht, es braucht nun wirklich Hilfe und Unterstützung. Man soll nicht lange warten."

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Rund 100 Herrenhäusern droht der Verfall

Rund 2.000 Herrenhäuser gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zu 300 sind schon verloren, etwa 100 hochkarätige Häuser drohen zu verfallen. Die Burgenvereinigung fordert vom Land mehr Engagement. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.02.2016 | 12:00 Uhr

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