Stand: 06.10.2017 16:29 Uhr

Kongress: Das Internet wird politischer

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Die sozialen Medien spielen in Wahlkämpfen eine immer größere Rolle. (Symbolbild)

Welche Folgen hat die zunehmende Bedeutung des Internets für die politische Bildung? Wie beeinflussen soziale Medien Wahlen? Diese und ähnlcihe Fragestellungen standen im Mittelpunkt Jahreskongresses der Landeszentrale für politische Bildung in Rostock. Mehr als 100 Experten aus Wissenschaft, Politik und Medien diskutierten in der Universität über Folgen der Digitalisierung für die politische Bildung und Medienkompetenz.

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Politische Bildung in Zeiten von Twitter & Co

Nordmagazin -

Die Landeszentrale für politische Bildung in MV appelliert für mehr und frühzeitigere politische Bildung in den Schulen. Dabei müssen auch soziale Netzwerke stärker eingebunden werden.

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Digitalisierung als gesellschaftliche Revolution

Nach dem Buchdruck und der Industrialisierung sei die Digitalisierung die dritte große Revolution der modernen Gesellschaft, sagte Prof. Wolfgang Schareck, der Rektor der Universität Rostock in seiner Eröffnungsrede. Politische Bildung sei daher ein spannendes Thema. 80 Prozent der Bevölkerung erhielten ihre Informationen aus sozialen Netzwerken. Auch politische Debatten würden vermehrt im Internet ausgetragen.

Parteien setzen vermehrt auf soziale Medien

Die Bundestagswahl hat nach Ansicht des Direktors der Landeszentrale für politische Bildung MV, Jochen Schmidt, gezeigt, dass alle Parteien bei ihrer Eigenwerbung verstärkt auf die Social Media setzen. Klassische Methoden wie Plakate, Kundgebungen oder Fernsehwerbung würden zunehmend in den Hintergrund gedrängt. "Wer junge Leute erreichen will, muss den Weg ins Internet beschreiten", so Schmidt. In den vergangenen Jahren habe sich das Informationsverhalten der Bürger verändert, die Informationen werden übers Internet und explizit über die Social Media aufgenommen.

Hesse: Rezipienten werden zu Akteuren

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) verwies darauf, dass sich die politische Bildung im Zeitalter der Digitalisierung drastisch verändert habe. Aus der politischen Kommunikation sei eine Straße in zwei Richtungen geworden, auf der Rezipienten nicht mehr nur Konsumenten, sondern zugleich auch Akteure geworden seien. Das führe auf der einen Seite zu mehr Beteiligung und Austausch. "Auf der anderen Seite lädt die Anonymität im Netz viele dazu ein, alle Regeln des kommunikativen Anstands zu vergessen und statt zu diskutieren zu diffamieren", so Hesse.

NDR stellt "Newcomernews" vor

Auch der NDR war auf dem Kongress vertreten. Mitarbeiter stellten dort das Projekt "Newcomernews" vor, für das sich landesweit rund 50 Schulen beworben haben. Schülern werden dabei in Workshops die Qualitätsstandards der Informationsverbreitung, die Grundlagen des Mediensystems aber auch die nötige kritische Distanz im Umgang mit Informationen und Quellen vermittelt. Ziel sei es, Fake News zu erkennen und sich in der Medienlandschaft zurechtzufinden. Landeszentrale-Direktor Schmidt betonte die Bedeutung der Medienkompetenz. Sie sei der einzig vernünftige Weg, die Menschen dazu zu befähigen, kritische User zu werden.

Weitere Informationen
mit Video

NDR Newcomernews: Wer ist dabei?

NDR 1 Radio MV

Das neue Medienbildungsprojekt des NDR Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern findet vom Januar bis Juni 2018 statt. 30 Schulen sind dabei. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.10.2017 | 15:00 Uhr

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