Stand: 22.09.2017 17:00 Uhr

Klassenfahrten: Eine Fahrt und einen Tag mehr

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Das Bildungsministerium will mehr Geld für Klassenfahrten und Schülerreisen zur Verfügung stellen. (Archivbild)

Schulen in Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom nächsten Jahr an mehr Klassenfahrten unternehmen. Dafür will das Landesbildungsministerium die jährlichen Ausgaben um fast 50 Prozent erhöhen - auf mehr als eine Million Euro. Davon sollen die Reisekosten der Lehrer und Betreuer bezahlt werden. Grundlage dafür ist eine neue Verwaltungsvorschrift, die in der kommenden Woche in Kraft tritt.

Auch private Autos dürfen benutzt werden

Neu ist eine zweite Klassenfahrt für Schüler der Klassen 5 bis 10. Damit können Kinder und Jugendliche bis zum Realschulabschluss dreimal auf Klassenfahrt gehen, Abiturienten viermal. Die Dauer der Fahrten wurde um einen Tag auf bis zu fünf Tage pro Klassenfahrt verlängert. Es sei jetzt zudem möglich, private Autos für die Reise zu nutzen, erklärte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD): "Grundsätzlich sollte man den öffentlichen Nahverkehr nutzen, aber manchmal ist es notwendig, ein Privat-Pkw zu nutzen. Hier haben wir geklärt, dass Privat-Pkw jetzt rechtlich abgesichert sind." Das heißt: Bei einem Unfall haftet künftig das Land.

GEW kritisiert hohen Verwaltungsaufwand

Auf Anregung der Bildungsgewerkschaft GEW wurde zudem der Betreuungsschlüssel geändert. Auf 30 Kinder kamen bisher eine Lehrkraft und eine zusätzliche Betreuungsperson. Neu ist: Inklusionsklassen können mehr Betreuer beantragen. Grundsätzlich begrüßt die GEW die neuen Regeln für Schulausflüge, kritisiert aber den nun höheren Verwaltungsaufwand. So gibt es erstmals für alle Schulen im Land verbindliche und einheitliche Formulare, die Eltern ausfüllen müssen. Diese betreffen beispielsweise das Sorgerecht, die Krankversicherung und indivduelle Bedürfnisse der Schüler.

Linke: Eine Klassenfahrt sollte kostenlos sein

Die Linksfraktion forderte nun erneut, dass auch Schülerinnen und Schüler direkt unterstützt werden. Eine Klassenfahrt im Schulleben sollte kostenlos sein, sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Eine Grenze, wie teuer eine Reise maximal sein darf, gibt es bislang nicht. "Die Schulen sind vom Grundsatz dazu angehalten, dass die Klassenfahrten nicht zu teuer werden", sagte Hesse. Für finanzschwache Familien bestehe zudem die Möglichkeit, über das Bildungs- und Teilhabepaket Unterstützung zu erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.09.2017 | 15:00 Uhr

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