Stand: 28.08.2017 08:20 Uhr

Kita-Personal: Nordosten bleibt Schlusslicht

Kita-Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern betreuen weiterhin deutlich mehr Kinder als in anderen Bundesländern. Das geht aus der jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Qualität frühkindlicher Bildung hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Demnach kümmert sich eine Kita-Fachkraft um sechs Krippenkinder oder knapp 14 Kindergartenkinder.

Ein Kind in der Kindertagestätte

Studie: MV Schlusslicht bei Kita-Personal

Nordmagazin -

In Mecklenburg-Vorpommern sind offenbar immer noch zu wenige Erzieherinnen und Erzieher für zu viele Kinder verantwortlich. Das zeigen die Ergebnisse einer Bertelsmann-Studie.

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Schlusslicht trotz leichter Verbesserung

Bei den größeren Kita-Kindern hat sich der Personalschlüssel damit verbessert: Vier Jahre zuvor war ein Erzieher für 14,7, nun für 13,7 Kinder zuständig. Trotzdem bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit diesen Werten bundesweites Schlusslicht. Die Kreise unterscheiden sich auf schlechtem Niveau wenig beim Personalschlüssel. Schwerin und Nordwestmecklenburg liegen mit 14,3 bei den Kita-Kindern hinten; im Landkreis Vorpommern-Rügen betreut ein Erzieher 12,6 Kinder.

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Bei den Krippen-Kindern hat das Land den drittschlechtesten Personalschlüssel in Deutschland: Auf 6,3 Krippenkinder kommt in Rostock ein Betreuer. Im Landkreis Vorpommern-Rügen sind es 5,5. Die Autoren der Studie halten diese Personalausstattung für nicht kindgerecht. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, kritisiert die großen Unterschiede in der Betreuung: "Die Bildungschancen von Kindern hängen heute erheblich von ihrem Wohnort ab. Wir brauchen verlässliche Kita-Qualität in ganz Deutschland."

Höchster Elternanteil bundesweit

Mit knapp 4.000 Euro pro Kita-Kind geben Land und Kommune im Nordosten beinahe 1.000 Euro weniger für die Kinderbetreuung aus als die Bundesländer im Durchschnitt. Zugleich zahlen Eltern 22 Prozent der Kita-Platz-Kosten. Dieser Elternanteil ist zusammen mit Sachsen-Anhalt der höchste bundesweit. Die Bertelsmann Stiftung fordert 6.700 neue Vollzeit-Kräfte für eine kindgerechte Betreuung. Zwischen 2006 und 2016 sind bereits 3.500 neue Kita-Fachkräfte eingestellt worden. Die Steigerung von 44 Prozent bleibt allerdings stark hinter der bundesweiten Erhöhung von 62 Prozent der Erzieher zurück.

Daten stammen von 2016

Die Experten nutzen für ihre Berechnungen Daten aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie weitere amtliche Statistiken. Der Personalschlüssel in der Studie beschreibt nicht die reale Anzahl der Kinder pro Erzieher sondern die Relation zwischen den offiziellen Betreuungszeiten aller Kinder und der offiziellen Arbeitszeit der Fachkräfte. Stichtag für die Datenerhebung war der 1. März 2016.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.08.2017 | 07:30 Uhr

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