Stand: 24.01.2016 10:07 Uhr

Kinderschutzbund: "System hat versagt"

Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Mecklenburg-Vorpommern, Carsten Spieß, fordert im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen im Schweriner Verein "Power for Kids" neue gesetzliche Regelungen in der offenen Jugendarbeit. Spieß hatte am Sonnabend im NDR Nordmagazin kritisiert, dass bei dem Skandal ein gesamtes gesellschaftliches System versagt habe.

Carsten Spieß, Vorsitzender Kinderschutzbnund M-V, im NDR Nordmagazin.

Kindesmissbrauch: Schwerin muss viel aufarbeiten

Nordmagazin -

Den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in mindestens 62 Fällen hat Peter B. bereits eingeräumt. Offen ist, warum die Missbrauchsfälle nur schleppend aufgedeckt wurden.

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Jugendhilfe-Recht reformieren

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Wegen 62 Fällen von Kindesmissbrauch ist der ehemalige Vorsitzende bereits angeklagt.

Ein ehemaliger Vorsitzender von "Power for Kids" muss sich wegen 62-fachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vor Gericht verantworten. Zudem sind weitere Vorwürfe gegen den 41-Jährigen erhoben worden, die noch schwerwiegender sind. Da die Fälle jahrelang im Verborgenen blieben, fordert Spieß eine Reform des Jugendhilferechts.

Fachpersonal sei Voraussetzung

Er kritisierte im Nordmagazin, dass die offene Jugendarbeit relativ wenig kontrolliert werde. Die Jugendarbeit müsse Standards entwickeln, die solche Vorfälle verhindern, sagte er. Es sei eine zwingende Voraussetzung, dass entsprechendes Fachpersonal wie Sozialpädagogen auch in ehrenamtlichen Vereinen der offenen Jugendarbeit zugegen sei.

Jugendarbeit sei eben keine Privatsache, sondern ein offener Raum. Eltern müssten sich darauf verlassen können, dass die Kinder dort geschützt sind und vernünftig betreut werden. Dafür bräuchten auch ehrenamtliche Mitarbeiter Wege, um in solchen Fällen handeln zu können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.01.2016 | 10:00 Uhr