Stand: 21.09.2017 14:39 Uhr

Viel Regen: Kein gutes Storchenjahr

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Dieser Anblick war für Naturschützer im Nordosten in diesem Jahr nicht alltäglich. Viele Storchenküken sind hierzulande eingegangen.

Es war kein gutes Jahr für die Störche im Nordosten. Vor allem der Starkregen und die Kälte im Juni und Juli haben viele junge Störche das Leben gekostet. Bis zu 300 Jungvögel sind an Unterkühlung eingegangen, so Stefan Kroll vom Naturschutzbund Deutschland, er schätzt, dass nur etwa 1000 Nachwuchsstörche überlebt haben.

Zwar gibt es noch keine endgültigen Bestandszahlen, aber der negative Trend der vergangenen Jahre hält an, meint Kroll, der Storchenbestand in Mecklenburg-Vorpommern geht zurück. Das liegt zum einen daran, dass die Vögel durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung weniger Nahrung finden - Störche brauchen Wiesen, Weiden und Feuchtgebiete und keine Äcker.

Ein Jungstorch in seinem Nest.

Storchennachwuchs im Nest erfroren

Nordmagazin -

Ein Storchenbetreuer hat im Landkreis Ludwigslust Parchim viele tote Jungstörche entdeckt. Sie sind wahrscheinlich nach dem Dauerregen an Lungenentzündung gestorben.

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Kälte, Nahrungsmangel, gefährliche Zugrouten

Es liegt aber auch daran, dass die Störche von hier über die Südostroute nach Afrika ziehen und es auch dort in den vergangenen Jahren heftige Dürren gab. Außerdem ist die Route viel weiter und somit gefährlicher als die Süd-Westen-Zug-Route nach Spanien, die die Störche aus den westlichen Bundesländern bevorzugen. Deshalb hat der Storchen-Bestand beispielsweise in Bayern und Hessen auch zugenommen. Kroll hofft, dass in Zukunft vielleicht auch einige dieser Westroutenstörche bis nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.09.2017 | 14:00 Uhr

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