Stand: 05.10.2015 14:38 Uhr

Jugendherbergen wollen Flüchtlinge aufnehmen

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Die Jugendherberge in Prora auf Rügen wird 402 Betten zur Verfügung stellen.

Angesichts des anstehenden Winters steigen die Sorgen um zahlreiche Flüchtlinge, die in Zelten untergebracht sind. Wie das Jugendherbergswerk am Montag mitteilte, sollen sieben Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern Flüchtlingen den Winter über Obdach gewähren. Ein Vertrag mit dem Land sieht die Unterbringung von bis zu 1.000 Menschen vor. Von Anfang November bis Ende Februar sollen die Flüchtlinge in den Häusern bleiben, hieß es

Prora stellt 402 Betten zur Verfügung

Zu den Herbergen gehören Prora mit 402 Betten, Sellin mit 156 Betten, Born mit 184 Betten, Zingst mit 163 Betten und Barth mit 172 Betten. Ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen sprach von einer kurzfristigen Entlastung. Die Nutzung der Jugendherbergen stelle nur eine Verschiebung des Problems dar.

Viele Herbergen würden im Winter sonst schließen

Zum Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes gehören im Nordosten 21 Herbergen, von denen 10 im Winter normalerweise schließen. Der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks hatte Anfang September seine Bereitschaft erklärt, jene Einrichtungen im Winter für Flüchtlinge zu öffnen, die normalerweise in die Winterpause gehen.

Caffier wiederholt Warnung vor Überlastung

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wiederholte, dass die Betreuer von Flüchtlingen in Deutschland an ihre Belastungsgrenze gekommen seien. Wenn der Zustrom der Migranten nicht gedrosselt werde, steige die Zahl der Flüchtlinge bis Jahresende auf bis zu 1,5 Millionen.

Lehrer fordern schnelleren Zugang zu Bildung

Unterdessen haben Lehrergewerkschaft GEW und der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommerns für Flüchtlingskinder einen schnelleren Zugang zu Bildung gefordert. Täglich kämen etwa 20 bis 30 Kinder ins Land. Die meisten würden mit ihren Eltern über Wochen in Notunterkünften untergebracht und hätten keinen Zugang zum regulären Schulsystem.

800 Flüchtlinge in Mühlengeez angekommen

In der Notunterkunft in Mühlengeez bei Güstrow sind nach offiziellen Angaben inzwischen etwa 800 Flüchtlinge angekommen. Wie eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes am Montag mitteilte, seien zwei der fünf Zelte belegt. Insgesamt ist die Notunterkunft für maximal 1.500 Personen ausgelegt. Das DRK zeigte sich zufrieden mit den bisherigen Erfahrungen, auch wenn bisweilen Kommunikations- und Abstimmungsschwierigkeiten unter allen Beteiligten aufträten, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.10.2015 | 13:00 Uhr