Stand: 16.01.2016 15:51 Uhr

Grüne Woche: Ländertag MV mit Ministerpräsident

Die Aussteller auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin starten ins erste von zwei Messe-Wochenenden. Ministerpräsident Erwin Sellering und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (beide SPD) gaben in der Länderhalle von Mecklenburg-Vorpommern den Startschuss für den Ländertag. Dabei stehen einen Tag lang Kunst, Kultur und regionale Spezialitäten aus Nordwestmecklenburg im Mittelpunkt. Mit selbstgebrautem Bier, neuen Fischgerichten und Lebensmitteln aus der heimischen Landwirtschaft will sich Mecklenburg-Vorpommern von seiner besten Seite zeigen.

Wagen einer Demonstration.

Demos auf der Grünen Woche

Nordmagazin -

Am Rand der Grünen Woche haben sich rund 5.000 Menschen versammelt, um gegen Massentierhaltung, Gentechnik, Umweltzerstörung und die Agrarpolitik zu demonstrieren.

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Sellering kündigt neuen Russlandtag an

Sellering sagte, die Land- und Ernährungswirtschaft des Landes brauche mehr Export. "Ich weiß, dass gerade das Russland-Geschäft im Moment schwierig ist. Wir werden die Gespräche mit den russischen Partnern fortsetzen", sagte der Ministerpräsident. Im Mai sei in Rostock erneut ein Russlandtag geplant. Der erste Russlandtag im September 2014 war sehr umstritten. Laut Sellering haben Deutschland und Russland aber ein gemeinsames Interesse an einer engen Partnerschaft. Vor allem Landwirte mahnten immer wieder an, dass sie Russland als Absatzmarkt brauchten.

Bauern und Umweltaktivisten demonstrieren

Derweil gingen in der Hauptstadt Zehntausende bei zwei große Demonstrationen auf die Straße. Unter dem Motto "Wir machen Euch satt!" warben Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit Kollegen aus ganz Deutschland für mehr Verständnis in der Bevölkerung, eine sachlichere Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft und den Abbau von Vorurteilen gegenüber ihrer Zunft. Auf der Gegendemonstration am Potsdamer Platz gingen Umweltschützer und Grüne gegen die sogenannte Industrialisierung in der Landwirtschaft auf die Straße. Unter der Überschrift "Bauernhöfe statt Agrarfabriken - wir haben es satt" forderten sie eine tiergerechtere, nachhaltigere und schonendere Landwirtschaft. Agrarminister Backhaus sagte, er sei stolz auf die heimische Landwirtschaft, dennoch müsse es ein Umdenken geben - hin zu mehr Qualität und Regionalität.

Jeden Tag 50.000 Besucher

Am Freitag hatte Backhaus die Länderhalle MV eröffnet. Bis zum 24. Januar präsentieren sich rund 60 Unternehmen aus dem Nordosten, aber auch Verbände und verschiedene Landkreise, in der Hauptstadt. Der Nordosten stehe für eine vielfältige Natur, eine starke Land- und Ernährungswirtschaft und für ein herzliches Willkommen an seine Gäste. Die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau gilt als riesiger Testmarkt. Jeden Tag kommen rund 50.000 Besucher - für Mecklenburg-Vorpommern der wichtigste Messeauftritt des Jahres.

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Internationale Grüne Woche in Berlin

Die weltgrößte Ernährungs- und Landwirtschaftsmesse vom 15. bis zum 24. Januar 2016. Auf der Internetseite gibt es alle wichtigen Informationen für Besucher und Aussteller. extern

Backhaus empfing Delegationen aus China und Österreich. Angesichts der Milchpreiskrise sprach Backhaus auch mit Handelsvertretern über Preise für Lebensmittel im Einkauf und kündigte an, mit Bauern, Handel und Verbänden weiter im Gespräch zu bleiben.

MV hat Vorsitz der Agrarministerkonferenz

Für Mecklenburg-Vorpommern hat die Messe diesmal auch politisch mehr Gewicht, weil das Land den Vorsitz der Agrarministerkonferenz inne hat. Wie Backhaus ankündigte, will er mit Bundeslandswirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei einem Treffen in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere über die Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandels- und Investitionspartnerschaftsabkommen (TTIP) diskutieren. Ein Absenken der Standards insbesondere bei Lebensmitteln dürfe es nach einem Beschluss der Verbraucherminister nicht geben. Auch müsse eine Beteiligung der Länder über den Bundesrat gewährleistet sein.  

Ökolandbau und Milcherzeugung im Fokus

Im Vorfeld der Grünen Woche hatten die Agrar-Staatssekretäre der Länder bereits über Themen wie den Ökolandbau und die aktuelle Situation der Milcherzeuger beraten. Durch die Weiterentwicklung der Öko-Kontrollen durch die Bundesländer solle das Verbrauchervertrauen gestärkt werden. Außerdem soll das Verhältnis zwischen Milcherzeugern und Molkereien überprüft werden. Mecklenburg-Vorpommern übernahm den Vorsitz eines "Runden Tisches Milch", um die Milchmarktkrise politisch federführend zu begleiten.

Weitere Informationen
02:23 min

"Woldegker Lümmel" auf der Grünen Woche

15.01.2016 19:30 Uhr
Nordmagazin

Die gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten Woldegk betreiben nachhaltige Landwirtschaft. Auf der Grünen Woche wollen sie mit ihrer Bratwurst "Woldegker Lümmel" überzeugen. Video (02:23 min)

60 Teilnehmer aus MV auf der Grünen Woche

Für Agrarminister Backhaus ist der Auftritt auf der Grünen Woche eine Selbstverständlichkeit. Den Grünen wäre eine landesweite Vermarktungskampagne lieber. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.01.2016 | 16:00 Uhr

Neues Konzept für Öko-Landbau in MV

Mecklenburg-Vorpommern will den ökologischen Landbau stärken und weiterentwickeln. Agrarminister Backhaus hat dazu eine Landesstrategie bis zum Jahr 2020 vorgestellt. mehr

mit Video

Knapp 70.000 Besucher bei Jubiläums-MeLa

Nach vier Tagen ist in Mühlengeez bei Güstrow die 25. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung zu Ende gegangen. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Besucherandrang zufrieden. mehr