Stand: 26.01.2016 11:45 Uhr

German Pellets will Anleihe verlängern

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Der Holzverarbeiter German Pellets beschäftigt am Stammsitz Wismar 150 Mitarbeiter. (Archivbild)

Nach dem massiven Wertverlust der Anleihen des Wismarer Holzverarbeiters German Pellets hat das Unternehmen nun reagiert. Am Montagabend kündigte German Pellets in einer Stellungnahme an, dass die Laufzeit einer Anleihe um zwei Jahre verlängert werden soll. Andernfalls müsste das Unternehmen sie am 31. März zurückzahlen. Dabei geht es um 52 Millionen Euro. Auch der Zinssatz wurde geändert - von mehr als sieben auf mehr als fünf Prozent.

Grund für Kurssturz unbekannt

Zuletzt hatte ein massiver Einbruch beim Kurs für Anleihen Anleger und Mitarbeiter in Unruhe versetzt. Innerhalb weniger Tage haben die Papiere mehr als die Hälfte an Wert verloren. Die Gründe für den Kurssturz sind unbekannt. Neben den Mitarbeitern sind auch viele Kleinanleger verunsichert und wollen ihre Anleihen offenbar wieder loswerden.

"Positive Marktchancen"

Die Anleihegläubiger müssen in einer Versammlung im Februar darüber abstimmen. German Pellets betonte indirekt, dass es sich weiter lohne, zu investieren: "Die Marktchancen für die Pellet-Branche werden trotz der aktuellen Ölpreisentwicklung positiv eingeschätzt", heißt es in der Mitteilung.

Lieferanten verkaufen nur noch gegen Vorkasse an German Pellets

Offenbar ist es um die wirtschaftliche Situation des Unternehmens nicht zum Besten bestellt. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV verkaufen Zulieferer ihre Ware derzeit nur noch gegen Vorkasse an German Pellets. In einem Pellet-Werk im sächsischen Torgau wurde jüngst Kurzarbeit angemeldet. Zudem ist eine Tochterfirma, der Ofenbauer Kago Wärmesysteme in Nürnberg, insolvent. Laut Creditreform Mecklenburg-Vorpommern hat German Pellets eine schwache Bonität und gilt als nicht mehr kreditwürdig.

600 Mitarbeiter an 18 Standorten

German Pellets mit seinen 18 Produktionsstandorten ist einer der weltgrößten Hersteller von Holzpellets. Dem Unternehmen ging es nach eigenen Angaben gut, im vergangenen Jahr lag der Gewinn bei rund 38 Millionen Euro. Im Stammsitz in Wismar sind 150 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt sind es über 600.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.01.2016 | 12:00 Uhr