Stand: 23.02.2016 15:09 Uhr

German Pellets: Tochterfirmen zahlungsunfähig

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German Pellets hatte im Februar Insolvenz angemeldet. (Archivbild)

Die Insolvenz des Wismarer Holzverarbeiters German Pellets zieht weitere Kreise. Neben dem Mutterkonzern sind nun auch vier Gesellschaften zahlungsunfähig. Darunter ist mit der German Pellets Sachsen GmbH in Torgau bei Leipzig auch ein Holzwerk, dort sind 30 Mitarbeiter beschäftigt. Pro Jahr wurden dort 150.000 Tonnen Pellets produziert, etwa halb so viel wie in Wismar. Laut Bundesanzeiger war die Firma bereits Ende 2014 mit rund fünf Millionen Euro überschuldet.

Drei Tochterfirmen zahlungsunfähig

Außerdem insolvent sind drei weitere Tochterfirmen German Pellets Beteiligungs GmbH: die German Pellets Genussrechte GmbH und die German Pellets Supply GmbH & Co. KG. Die drei Gesellschaften gehören zum Stammwerk in Wismar. Weitere Arbeitsplätze seien dadurch aber nicht gefährdet, sagte der Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin NDR 1 Radio MV. In Wismar sind 150 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bekommen noch bis Ende März Insolvenzgeld. Die Produktion steht seit Monaten still.

Weltweit 18 Produktionsstandorte

German Pellets mit seinen 18 Produktionsstandorten ist einer der weltgrößten Hersteller von Holz-Pellets. Der Wismarer Konzern ist mit rund 420 Millionen Euro verschuldet, mehr als die Hälfte davon aus Anleihen. Dem Unternehmen ging es nach eigenen Angaben gut, im vergangenen Jahr lag der Gewinn demnach bei rund 38 Millionen Euro. Am 10. Februar meldete German Pellets Insolvenz an.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Artikels hieß es fälschlicherweise, die Insolvenz sei im Januar angemeldet worden. Korrekt ist der 10. Februar 2016.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.02.2016 | 15:00 Uhr