Stand: 11.02.2016 15:56 Uhr

German-Pellets-Pleite: Folgen noch nicht absehbar

Nach der Insolvenz des Wismarer Brennstoffherstellers German Pellets sind die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Gläubiger des Unternehmens noch nicht vollständig absehbar. Am Donnerstag informierte sich die vorläufige Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde von der Kanzlei White & Case im Unternehmen. Sie war vom zuständigen Insolvenzgericht Schwerin bestellt worden und soll ausloten, wie es weitergeht.

Hauptsitzgebäude "German Pellets".

Pleite: Was wird aus German Pellets?

Nordmagazin -

Der Brennstoffhersteller German Pellets in Wismar ist trotz eines rasanten Wachstums pleite. Tausenden Geldgebern droht jetzt der Verlust ihrer Einlagen.

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Beschäftigte bekommen Löhne von Arbeitsagentur

Derweil bekommen die insgesamt 650 Beschäftigten - davon 150 in Wismar - ihre Löhne und Gehälter nun zunächst von der Bundesagentur für Arbeit. Die Behörde zahle für drei Monate Insolvenzgeld in vollständiger Nettohöhe, teilte die Regionaldirektion Nord am Donnerstag mit. Bisher habe das Unternehmen keine Lohn- und Gehaltsrückstände.

IG Metall dringt auf Betriebsratsgründung

Nach diesen drei Monaten müssen die Arbeitnehmer aus der Insolvenzmasse bezahlt werden. Falls das Unternehmen geschlossen wird, bekommen sie Arbeitslosengeld. Ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist, ist derzeit noch ungewiss. Die Gewerkschaft IG Metall will die Wismarer Beschäftigten auf einer Informationsveranstaltung über die Auswirkungen der Insolvenz informieren. Außerdem wollen Gewerkschaftsvertreter die Gründung eines Betriebsrats anregen. Einen solchen gab es bei German Pellets bislang nicht.

Anleger bangen um Einlagen

Auch den Anlegern drohen schwerwiegende Folgen. Schlimmstenfalls ist das Geld verloren. Ihre Forderungen belaufen sich auf insgesamt rund 226 Millionen Euro. Etwa 12.000 Anleger hatten in die Wertpapiere von German Pellets investiert. Neben den deutschen Geldgebern bangen auch die Gläubiger mehrerer US-Anleihen um ihr Geld - in Höhe von weiteren 546 Millionen Dollar.

Gläubigerausschuss soll über Insolvenz-Modus entscheiden

German Pellets rechnet damit, dass das eigentliche Insolvenzverfahren im Mai beginnt. Das Amtsgericht Schwerin hatte am Mittwoch dem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung nicht stattgegeben, weil die Anlegerstruktur von German Pellets sehr unübersichtlich sei, wie Direktorin Monika Köster-Flachsmeyer mitteilte. Die Zusammensetzung des Gläubigerausschusses müsse die Anlegerstruktur abbilden. Über den Modus des Insolvenzverfahrens soll erst nach dem Votum des vorläufigen Gläubigerausschusses entschieden werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.02.2016 | 16:10 Uhr