Stand: 08.01.2016 11:05 Uhr

Geburtssimulator: Ärzte lernen mit Hightech-Puppe

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Sie "atmet", hat einen Puls, blutet und stöhnt: Der neue Ganzkörper-Geburtssimulator am Universitätsklinikum in Greifswald.

Die Geburt eines Kindes zählt für viele Eltern zu den schönsten und intensivsten Momenten ihres Lebens. Doch was, wenn es Komplikationen gibt? Um Ärzte, Hebammen und Pflegepersonal noch besser auf den Ernstfall vorzubereiten, verfügen die Mitarbeiter der Uniklinik Greifswald seit diesem Freitag über einen neuen Ganzkörper-Geburtssimulator - eine lebensgroße Plastikpuppe, an der sowohl normale Geburten, als auch mögliche Komplikationen ganz realistisch trainiert werden können.

Puls, Atmung, Blut und Schmerzensschreie inklusive

Die Plastikpuppe mit dickem Babybauch ist mit modernster Technik ausgestattet. Puls, Atmung, sogar Schmerzensschreie sind der Puppe einprogrammiert. Eine Geburt ganz ohne Komplikationen kann ebenso nachgespielt werden wie Blutungen, Krämpfe und eine Entbindung in Steißlage. Bundesweit kommt es bei etwa einer von 1.000 Geburten zu Komplikationen. Umso wichtiger ist es, dass Ärzte und Pfleger im Ernstfall schnell und sicher reagieren, so Marek Zygmunt, Direktor der Klinik für Geburtshilfe.

Wie bei einem Flugsimulator

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Trainieren für eine sanfte Landung: Ärzte, Geburtshelfer und werdende Mütter sollen am Simulator für den Ernstfall üben.

"Ähnlich wie in der Fliegerei sind Komplikationen in Deutschland, in Europa, sehr selten. Die Reaktionen in solchen Situationen müssen gut vorbereitet sein und geübt werden, ähnlich wie im Flugsimulator," so Zygmunt weiter. Der Simulator in Greifswald ist der erste und einzige in Mecklenburg-Vorpommern von etwa einem halben Dutzend in Deutschland. Auch den Müttern soll nach dem Willen der Ärzte das Training an der Puppe mehr Sicherheit vermitteln.

Künftig sollen sämtliche Medizinstudenten der Greifswalder Unimedizin mindestens einmal innerhalb ihrer Ausbildung mit der hochmodernen, über 50.000 Euro teuren Plastikpuppe trainieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.01.2016 | 16:00 Uhr