Stand: 11.08.2017 16:46 Uhr

Fipronil in Eiern aus Betrieb in MV entdeckt

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Erstmals sind im Nordosten Eier positiv auf Fipronil getestet worden. (Archivbild)

Der Fipronil-Skandal ist in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. In einem Geflügelzuchtbetrieb sind Eier positiv auf Fipronil getestet worden. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin am Freitag mit. Der Fipronil-Gehalt liegt nach Angaben eines Ministeriumssprechers über dem Grenzwert von 0,005 Milligramm je Kilogramm. Demnach seien die Proben in einem Geflügelzuchtbetrieb für Elterntiere genommen worden. Die Eier waren daher nicht für den Verzehr durch Menschen gedacht, sondern für die Masthähnchenproduktion.

Fleisch wird untersucht

In dem betroffenen Betrieb wurden den Angaben zufolge zudem Fleischproben gezogen. Diese werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) ausgewertet. Mit ersten Ergebnissen wird Anfang nächster Woche gerechnet.

Offenabr belastetes Reinigungsmittel in Zuchtbetrieb eingesetzt

Außerdem gibt es Hinweise, dass in einem weiteren Betrieb das mit Fipronil versetzte Desinfektions- und Reinigungsmittel Dega-16 eingesetzt wurde. Dabei soll es sich um einen Mastbetrieb handeln. Die Tiere dieses Betriebes wurden vor dem Bekanntwerden des aktuellen Geschehens bereits zur Schlachtung nach Polen und in die Niederlande gebracht. Die dortigen Behörden werden durch den Bund informiert.

Bei Fipronil handelt es sich um ein Insektizid, das in der Geflügelhaltung nicht verwendet werden darf. Es gilt in höheren Dosen als gefährlich. Die Konzentrationen in den zuletzt gefundenen belasteten Eiern sind im Vergleich dazu extrem gering. Die Ausweitung des Skandals Nach Angaben der EU-Kommission hat der Skandal mittlerweile 15 EU-Staaten erreicht. Auf dem Internetportal www.lebensmittelwarnung.de sind Warnungen zu Fipronil-belasteten Produkten aufgelistet. Weitere Informationen sind unter unter www.bfr.bund.de abrufbar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.08.2017 | 17:00 Uhr

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