Stand: 15.08.2017 18:36 Uhr

Fipronil-Skandal: Kritik an Informationspolitik

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Auch im Nordosten waren Eier positiv auf Fipronil getestet worden. (Archivbild)

Im Skandal um mit dem Insektizid Fipronil belastete Hühnereier kritisiert die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern eine chaotische Informationspolitik. Am 28. Juli war bekannt geworden, dass mit dem für Nutztiere nicht erlaubten Insektengift belastete Hühnereier aus den Niederlanden auch in den deutschen Handel gelangt waren. Die Verbraucher seien schlecht informiert worden, sagte Verbraucherschützerin Uta Nehls.

Schlecht von den Behörden informiert

Die Risikobewertung sei zunächst unverständlich gewesen. Das hätte Verbraucher verunsichert und verärgert. Nehls fordert bei Lebensmittelskandalen schnellere und einheitliche Verzehrempfehlungen auf der für Verbraucher eingerichteten Internetseite Lebensmittelwarnung.de. Auf dieser Seite seien an zwei Tagen vier unterschiedliche Meldungen aufgetaucht, kritisierte Nehls. Die einzelnen Fakten aus den Ländern sollten zentral veröffentlicht werden.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Agrarstaatssekretär gibt Entwarnung

Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald sagte, man könne in Mecklenburg-Vorpommern beruhigt Eier kaufen. Die möglicherweise belasteten Chargen seien mittlerweile aus dem Verkehr gezogen worden. Eine Gefährdung für die Gesundheit habe wahrscheinlich nicht bestanden. "Aber unabhängig davon darf Fipronil da nicht drin sein", sagte Buchwald. Der Lebensmittelindustrie müsse gezeigt werden, dass so etwas nicht geduldet werde. Sobald der Stoff festgestellt werde, was bei einem Anteil von 0,005 Mikrogramm je Kilogramm möglich sei, müssten die Lebensmittel vom Markt. Bei den belasteten Eiern im Nordosten seien bis zu 0,45 Mikrogramm je Kilogramm gefunden worden.

Zwei Produzenten in MV benutzten belastetes Desinfektionsmittel

Buchwald zufolge sind nur zwei Bruteierproduzenten in Mecklenburg-Vorpommern bekannt, in denen Reinigungsfachleute das mit Fipronil versetzte Desinfektionsmittel DEGA 16 eingesetzt haben. Jetzt werden bundesweit eihaltige Produkte auf Fipronil-Rückstände untersucht, darunter in Mecklenburg-Vorpommern Kuchen und Teigwaren. Wieder einmal seien Landwirte die Opfer eines Skandals und müssten die wirtschaftlichen Folgen tragen, so Buchwald.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.08.2017 | 17:30 Uhr

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