Stand: 05.12.2016 19:00 Uhr

Federau verliert letztes AfD-Amt

Bild vergrößern
Von der "guten Seele der Partei" zum Verlust aller Parteiämter: Petra Federau steht vor dem Ende ihre Polit-Karriere in der AfD.

Die ehemalige Landtagskandidatin und Frontfrau der Landes-AfD, Petra Federau, hat ihr letztes Parteiamt verloren. Sie wurde am Sonntag beim Parteitag des Kreisverbandes Mecklenburg-Schwerin in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) nicht wieder in den Vorstand gewählt. Dagegen haben die Mitglieder ihren internen Widersacher, den Landtagsabgeordneten Thomas de Jesus Fernandes, in seinem Amt als Kreisvorsitzenden bestätigt.

Die Machtkämpfe in der AfD

Die Basis der AfD zieht damit Konsequenzen nach Federaus Hetzrede gegen Fernandes und seinen bisherigen Stellvertreter Ulf Theodor Claassen. Federau hatte beiden auf dem Landesparteitag in Gägelow unter anderem Skrupellosigkeit und Machtgier vorgeworfen. Claassen trat daraufhin von seinem Posten als Vize-Kreisvorsitzender zurück und erklärte seinen Parteiaustritt.

Keine Parteiämter in der nahen Zukunft für Federau

Der Landesvorstand macht derweil weiter Druck gegen Federau: Er will verhindern, dass sie in den nächsten zwei Jahren für Parteiämter kandidiert. Ein entsprechender Antrag ist an das Landesschiedsgericht gegangen, bestätigte Landessprecher Leif-Erik Holm. Mit einer Entscheidung sei möglicherweise noch in diesem Jahr zu rechnen. Von einem Parteiausschluss-Verfahren gegen Federau ist jedoch keine Rede mehr.

Federau-Vertrauter Lerche fällt mit

Der Kreisparteitag am 2. Advent in Lübtheen verlief unter Ausschluss der Öffentlichkeit - der Vorstand wollte Federau und ihren Anhängern offenbar keine medienwirksame Bühne für erneute Angriffe liefern. Auch ihr Vertrauter, der Landtagsabgeordnete Dirk Lerche, ist nicht mehr im Vorstand vertreten. Lerche beschäftigt Federau als Wahlkreismitarbeiterin - daneben hat sie noch einen Sitz in der Schweriner Stadtvertretung. Die AfD-Fraktion ist allerdings auf die 47-Jährige angewiesen: Kehrt Federau ihr den Rücken, verlieren die übrigen drei AfD-Männer ihren Fraktionsstatus.

Gewinner Fernandes sieht "ruhiges Fahrwasser" bevor

Bild vergrößern
Thomas de Jesus Fernandes (AfD) hat sich im internen Machtkampf gegen Petra Federau vorläufig durchgesetzt.

Fernandes hat sich derweil im Machtkampf gegen Federau vorläufig durchgesetzt. "Wir kommen wieder in ruhiges Fahrwasser", sagte er nach dem Parteitag mit Blick auf Federaus Attacken der vergangenen Wochen. Dabei hatte Fernandes lange mit ihr zusammengearbeitet, noch vor zwei Jahren nannte er sie "die gute Seele" der Partei.

Welche Verbindungen hat Steinbeck zur NPD?

Jetzt vertraut Fernandes auf andere - dazu gehört auch der Gastgeber des Kreisparteitages - der Lübtheener Schlossbesitzer Philip Steinbeck. Die AfD veranstaltete auf seinem Anwesen im Landtagswahlkampf ein sommerliches Treffen, um Spenden einzuwerben. Am Sonntag hatte das AfD-Mitglied Steinbeck die Delegierten ins "Volkshaus" gebeten. Der Unternehmer, dem etliche eine Nähe zu lokalen NPD-Größen nachsagen, tritt in der AfD Schritt für Schritt aus dem Hintergrund: Steinbeck ist nach Angaben von Fernandes am Sonntag in den Kreisvorstand gewählt worden. Mit der NPD, sagte Steinbeck mehrfach, habe er nichts im Sinn - jetzt nicht und auch in der Vergangenheit nicht.

Weitere Informationen

Hetzrede: Federau droht AfD-Parteiausschluss

Claassen sei "hinterhältig", Fernandes "hetzt und intrigiert": AfD-Politikerin Petra Federau hat auf dem Landesparteitag mit Parteikollegen abgerechnet. Nun droht ihr der Ausschluss. mehr

AfD: Federau wehrt sich gegen Listen-Abwahl

Nach ihrer Abwahl von der AfD-Landesliste für die Landtagswahl wehrt sich Petra Federau juristisch dagegen. Die Schweriner Kommunalpolitikerin hat das Bundesschiedsgericht der AfD eingeschaltet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.12.2016 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

00:41 min

Positive Bilanz beim Bädertag in Ueckermünde

27.04.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:13 min

Brinkmann: Standards auf der "Mircea" angleichen

27.04.2017 16:00 Uhr
NDR 1 Radio MV