Stand: 16.09.2014 12:57 Uhr

Europas größter Ökostrom-Akku ist am Netz

Europas größter kommerziellen Batteriespeicher in Schwerin ist am Netz. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Ministerpäsident Erwin Sellering (SPD) und Vertreter des Energieversorgers Wemag haben die Anlage am Dienstag in Betrieb genommen. Der Ökostrom-Akku mit einer Leistung von fünf Megawatt soll die Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie ausgleichen.

Ministerpräsident Sellering nannte den neuen Stromspeicher ein kraftvolles Zeichen für die Umsetzung der Energiewende, Bundeswirtschaftsminister Gabriel hob hervor, dass der Speicher kommerziell arbeiten wird und bis auf die Anschubfinanzierung keine weiteren Fördermittel braucht.

Ausgleich für unregelmäßigen Stromfluss

Die Anlage hat eine Kapazität von fünf Megawattstunden und besteht aus 25.000 einzelnen Lithium-Ionen-Akkus, die im Sekundentakt ge- und entladen werden. So sollen sie eine stabile Versorgung mit Ökoenergie garantieren. Wegen der zunehmend dezentralen Stromproduktion in Solar- und Windparks oder Biogasanlagen kommt es häufiger zu kleinsten Netzschwankungen, die schnell ausgeglichen werden müssen. Bislang erledigen diese Aufgabe Gaskraftwerke, die dafür durchgehend laufen.

Lithium-Ionen-Batterie

Lithium-Ionen-Batterien gelten als hoch leistungsfähig und werden bislang vor allem in tragbaren Geräten wie Handys, Laptops oder Kameras eingesetzt. Auch für die Elektromobilität wird dem wiederaufladbaren Stromspeicher eine wichtige Rolle beigemessen, etwa in Autos oder Fahrrädern. Wie bei anderen Akkus auch wird gespeicherte chemische Energie durch eine elektrochemische Reaktion in Strom umgewandelt. Beim Aufladen wird umgekehrt Strom zu chemischer Energie. Lithium-Ionen-Akkus haben eine sehr hohe Energiedichte und benötigen daher wenig Platz.

Einnahmen trotz Pilotcharakters

Der Betreiber, die Wemag, investiert mehr als 6,5 Millionen Euro in die Anlage. Partner ist das Berliner Unternehmen Younicos, das auf die Netzintegration erneuerbarer Energien spezialisiert ist. Trotz des Pilotcharakters will die Wemag den Batteriespeicher wirtschaftlich betreiben und in zwanzig Jahren die Ausgaben wieder erwirtschaftet haben.

Schlüsselproblem der Energiewende

Die Bereitstellung effektiver Speicher- und Puffersysteme für den Ausgleich schwankender Strommengen aus Wind- und Solarparks gilt als eine Schlüsselfrage der Energiewende. Der Bund förderte das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.09.2014 | 12:00 Uhr