Stand: 16.08.2015 11:43 Uhr

Europäischer Aal ist vom Aussterben bedroht

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Bestände teilweise auf ein Prozent gesunken: Der Aal ist auch in MV eine Delikatesse - und vom Aussterben bedroht.

Ob geräuchert, gebraten oder in Gelee - der Aal gilt als Delikatesse zwischen Elbe und Uecker, sowohl bei Einheimischen als auch bei vielen Urlaubern. Doch schon bald werden wohl viele auf den Genuss verzichten müssen: Studien von Meeresbiologen haben ergeben, dass der Fisch kurz vor dem Aussterben ist.

Aal-Bestand auf 50-Jahre-Tief

Wie Experten des Rostocker Thünen-Instituts für Ostseefischerei am Sonntag mitteilten, ist die Anzahl der Aale in einigen Flüssen auf weniger als ein Prozent der einstigen Bestände zurückgegangen. Das sei mehr als besorgniserregend, sagte der Leiter des Instituts, Christopher Zimmermann, im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Seit etwa 50 Jahren gebe es wissenschaftliches Datenmaterial über die Aalbestände in Europa, so Zimmermann.

Lange Zeit galt der Rückgang als natürliche Variation, doch seit ein paar Jahren sei klar, so Zimmermann, dass die Fischart insgesamt bedroht sei. Der Aal steht nach Angaben der Meeresbiologen inzwischen auf der sogenannten CITES-Liste der bedrohten Arten.

Thünen-Institut: Fischereidruck auf null reduzieren

Gerade für die Mecklenburger Küstenfischerei sei der Aal ein ganz wichtiger Fisch. Wenn man den Bestand retten wolle, müsse man die Fischerei dennoch stark einschränken, sagte Zimmermann. Starke Überfischung sei dabei nur ein Grund für den Rückgang. Auch die Verschmutzung der Gewässer mit hormonaktiven Substanzen und die Verbauung der Flüsse seien als Ursachen zu nennen. Die Fischerei bleibe die einzige menschliche Tätigkeit, die man unmittelbar reduzieren könne. Daher laute die Empfehlung der Forscher, den Fischereidruck möglichst auf null zu reduzieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.08.2015 | 12:00 Uhr