Stand: 02.01.2016 13:22 Uhr

Es tut sich was in den Schlössern und Museen

Das neue Jahr bringt für die Schlösser- und Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns einige Neuerungen mit sich. Ein Höhepunkt ist das vorläufige Ende der Sanierungsarbeiten im Schloss Ludwigslust. Dazu feiert das "Versailles des Nordens" am 6. März einen "Tag des offenen Schlosses für alle". Nach Angaben des Staatlichen Museums Schwerin wurden im Ostflügel der einstigen herzoglichen Residenz Audienz- und Wohnräume restauriert, der Goldene Saal statisch saniert sowie Ausstellung und Gemäldegalerie neu gestaltet.

Berühmte Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem Ostflügel kommt der Westflügel

Bislang wurden seit Beginn der Sanierungsarbeiten im Jahr 2011 rund 18 Millionen Euro in Ludwigslust investiert. 12 Millionen Euro kamen von der EU. Zur Vorbereitung der Wiedereröffnung des Ostflügels werde das gesamte Schlossmuseum Ludwigslust von Mitte Januar an für Besucher geschlossen, hieß es. Im Lauf des Jahres solle die aufwändige Sanierung des Westflügels beginnen. Wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden, stehe aber noch nicht fest, so eine Sprecherin.

Sanierung in Güstrow, Museumsneubau in Schwerin

Im Renaissance-Schloss Güstrow beginnen im Sommer die Sanierungsarbeiten am Dach, den Fassaden und Fenstern, wie es hieß. In Schwerin steht laut Staatlichem Museum der Museumsanbau der Galerie Alte und Neue Meister für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts vor der Eröffnung. Trotz der Bauarbeiten rechnet das Museum für 2016 mit einem weiteren Besucheranstieg in den einzelnen Häusern. Zusammen zählten die Einrichtungen 2015 rund 258.800 Gäste nach 256.600 im Jahr zuvor. Allein das Schweriner Schloss verzeichnete im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 166.700 Besucher, 2014 waren es rund 161.300.

Ausstellungen über Barlach, Pipeline-Archäologie, Greifswald

Die Barlach-Stiftung in Güstrow wird vom 22. Mai bis 4. September 2016 die Ausstellung "Auf dem Weg in die Moderne" zeigen. Darin sollen Keramiken aus dem frühen Schaffen Ernst Barlachs (1870-1938) zu sehen sein, wie Inge Tessenow von der Stiftung mitteilte. Das Pommersche Landesmuseum Greifswald zeigt im neuen Jahr drei Sonderausstellungen zur Regionalgeschichte und Archäologie.

Bei der Schau "Pipeline: Archäologie" vom 6. März bis 26. Juni werden archäologische Funde entlang der neu gebauten Erdgastrassen im Norden dargeboten. Die Exposition "Greifswald - der private Blick" vom 9. September 2016 bis 29. Januar 2017 sei eine Reaktion auf die Schau "Heimatkunde", in der 2012/13 Fotografien von Robert Conrad aus den letzten Tagen der DDR auf große Resonanz gestoßen waren. Für die neue Ausstellung sollen Greifswalder Bürger Fotos aus ihren Privatarchiven beisteuern, die zwischen 1960 und 1990 in der Hansestadt entstanden sind, hieß es vom Museum.

Wikingergold und Kraken in Stralsund

Das Museum Stralsund will im neuen Jahr mit der Dauerausstellung "Wikingergold" Besucher anlocken. Der berühmte Hiddenseer Goldschmuck aus dem 10. Jahrhundert war bislang als Kopie in der Hansestadt zu sehen und wird nun im Original gezeigt, wie ein Stadtsprecher sagte. Dafür wurde das Museum für rund eine Million Euro umgebaut. Die Zahl der Besucher soll von 86.000 im Jahr 2014 auf nunmehr über 100.000 pro Jahr steigen.

Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund zählte 2015 bis Anfang Dezember rund 820.000 Besucher, davon allein 522.000 im Ozeaneum. 2016 sollen in der Ausstellung "Kraken & Konsorten" Fossilien längst ausgestorbener Ur-Tintenfische und Ammoniten sowie Modelle von bis zu zweieinhalb Meter großen Humboldtkalmaren gezeigt werden. Auch ein echter pazifischer Octopus soll zu sehen sein. Bei der Wanderausstellung "Mechanischen Tierwelt" vom 10. Februar bis 15. Mai im Technischen Landesmuseum Phantechnikum in Wismar Station können 160 historische Blechspielzeuge besichtigt werden.

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