Stand: 11.09.2015 17:18 Uhr

Rostock weiter Zwischenstation für Flüchtlinge

Im Laufe des Tages sind erneut mehr als 100 Flüchtlinge über den Rostocker Fährhafen nach Schweden ausgereist. In einer provisorischen Gemeinschaftsunterkunft mit 250 Plätzen werden derzeit 180 Menschen versorgt. Weder Bundespolizei, Stadtverwaltung noch die Helferinitiativen können derzeit genau sagen, wie viele Flüchtlinge auf der Durchreise oder aber für längere Zeit in Rostock sind. In einer ehemaligen Berufsschule in Rostock-Marienehe seien etwa 180 Menschen untergekommen, hieß es.

Syrische Flüchtlinge auf Durchreise in Rostock

Zelte im Hafen aufgebaut

Die Fährreedereien im Rostocker Überseehafen meldeten bis zum frühen Freitagabend rund 120 verkaufte Tickets für die Schiffe nach Schweden. Derweil wurden auf dem Hafengelände Zelte aufgebaut, um den Flüchtlingen, die in der Nacht eintreffen, eine Notunterkunft bieten zu können. Prognosen darüber, wie viele Flüchtlinge noch in Richtung Rostock unterwegs sind, seien derzeit unmöglich, sagte ein Sprecher der Stadt. Am Rostocker Bahnhof sind Freiwillige aus Deutschland und Schweden im Einsatz, um die Flüchtlinge zu betreuen. Die Helfer versorgen sie mit Lebensmitteln und begleiten sie zu den Fähren.

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Rostock zunehmend Anlaufpunkt

Nachdem Flüchtlinge in den vergangenen Tagen vermehrt versucht hatten, über Dänemark nach Schweden zu gelangen, rückt offenbar Rostock als Anlaufpunkt zunehmend in den Fokus. Am Donnerstag waren mehr als 200 syrische Flüchtlinge in Rostock angekommen. Die Bundespolizei bestätigte, dass die Flüchtlinge kontrolliert würden. Allerdings hätten viele keinen Pass dabei. Den Flüchtlingen wurden den Angaben zufolge Asylverfahren angeboten. Aber am Donnerstag diese seien von allen abgelehnt worden. "Wir haben sie fahren lassen, mit Zwang ist da überhaupt nichts zu machen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Fährbetriebe gelassen

Derweil blicken die großen Fährbetriebe TT- und Stena Line den Flüchtlingen als Passagiere auf den Routen von Deutschland nach Schweden gelassen entgegen. Bisher sei kein größeres Aufkommen an Passagieren zu verzeichnen, sagte eine TT-Line-Sprecherin. Jeder dürfe mitfahren, der im Besitz eines Tickets sei und seinen Namen nenne. Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin von Stena Line. TT-Line bietet im Schnitt täglich drei Verbindungen von Rostock nach Trelleborg an. Stena Line wiederum fährt einmal täglich von Sassnitz und dreimal von Rostock nach Trelleborg.

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NDR 1 Radio MV | 11.09.2015 | 18:00 Uhr