Stand: 10.01.2016 15:01 Uhr

Die Linke bestimmt Kandidaten für Landtagswahl

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Auch zur Landtagswahl 2011 war Holter schon Spitzenkandidat der Linken in Mecklenburg-Vorpommern.

Auf ihrem Parteitag in Gägelow bei Wismar hat Die Linke ihr Personal für die Landtagswahl im September aufgestellt. Nachdem Helmut Holter ohne Konkurrenz zum Spitzenkandidaten gewählt worden war, ging es um die aussichtsreichen Plätze auf der Landesliste. Zwei renommierte Linkspolitiker kassierten dabei Abstimmungsniederlagen.

Borchardt und Brie nicht auf Liste

Die Rechtsexpertin der Linksfraktion, Barbara Borchardt, verzichtete auf eine weitere Kandidatur, nachdem sie zuvor zweimal gegen Konkurrentinnen angetreten war und verloren hatte. Auch der Landtagsabgeordnete und ehemalige Europa-Abgeordnete Andre Brie scheiterte bei einer Kampfkandidatur um Platz sechs.

Beste Plätze ohne Gegenkandidaten

Die ersten Listenplätze nach Helmut Holter wurden ebenfalls ohne Gegenkandidaten vergeben: Auf Platz zwei der Liste folgt die Vizefraktionschefin Simone Oldenburg, auf Platz drei kommt ein möglicher Neuling im Parlament: Eva Maria Kröger aus Rostock. Die folgenden Plätze gingen an die Abgeordneten Torsten Koplin und Jaqueline Bernhard.

Ergebnis soll deutlich besser ausfallen als 2011

Landtagsfraktionschef Helmut Holter war am Sonnabend mit 93 Prozent zum Spitzenkandidaten gekürt worden. Der in Schwerin lebende Politiker gilt als Pragmatiker und Befürworter einer Regierungsbeteiligung. Holter kündigte einen engagierten Wahlkampf an: "Mecklenburg-Vorpommern wird eine Linke erleben, wie es sie noch nie erlebt hat." Ziel sei die Ablösung der seit zehn Jahren regierenden Großen Koalition aus SPD und CDU. Eine Koalitionsaussage machte er nicht. Auch zur Landtagswahl 2011 war Holter Spitzenkandidat der Linken. Die Partei blieb damals mit 18,4 Prozent aber hinter den eigenen Erwartungen und strebt nun ein deutlich besseres Ergebnis an.

Holter will "Heimat" nicht den Rechten überlassen

Holter verteidigte den Titel des künftigen Wahlprogramms "Aus Liebe zu MV" gegen Kritik aus den eigenen Reihen. Damit mache die Linke deutlich, dass sie die Verantwortung für das Land annehme, für Solidarität, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit eintrete und den Begriff Heimat nicht dem rechten Rand mit AfD und NPD überlasse. "Die Überholspur ist links. Und dort machen wir Tempo", sagte Holter.

Alternativen zum aktuellen Regierungshandeln

Zum Auftakt des Parteitages hatte die Linken-Landeschefin Heidrun Bluhm ihre Partei zu einem engagierten und selbstbewussten Wahlkampf aufgerufen. "Keine Partei ist bei der Vorbereitung der Landtagswahl so weit wie wir. Wir haben die Nase vorn. Lasst uns alles dafür tun, damit es bis zum 4. September so bleibt", sagte Bluhm. Die Partei wolle Alternativen zum aktuellen Regierungshandeln von SPD und CDU aufzeigen und nach der Wahl auch umsetzen. "Das gilt für den Fall der Regierungsbeteiligung und auch für den der Opposition", machte die Parteichefin deutlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.01.2016 | 14:00 Uhr