Stand: 18.10.2015 10:18 Uhr

Demos für Flüchtlinge und gegen Asylpolitik

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Rund 500 Menschen solidarisierten sich am Sonnabend mit Flüchtlingen. Die AfD demonstrierte gegen die aktuelle Asylpolitik.

Gegner und Befürworter der gegenwärtigen Flüchtlings- und Asylpolitik haben in Rostock am Sonnabendnachmittag an politischen Demonstrationen teilgenommen. Im Anschluss an die Versammlungen kam es Ausschreitungen, bei denen auch Polizeibeamte verletzt wurden. Nach Polizeiangaben demonstrierten rund 1.800 Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegen die Asylpolitik der Bundesregierung. Unter ihnen waren auch Anhänger der NPD zu sehen. Am Rande eines kurzen Demonstrationszuges wurden einzelne Festnahmen beobachtet.

Kundgebung und Andacht für Flüchtlinge

Eine Gegenveranstaltung von "Rostock nazifrei" und "Rostock hilft" für eine gute Willkommenskultur fand parallel statt. Nach Veranstalterangaben waren etwa 500 Menschen auf dem Neuen Markt zu der Gegenkundgebung gekommen. Weitere 500 versammelten sich in der Marienkirche zu einer interreligiösen Andacht unter dem Motto "Flüchtlinge willkommen!", wie die Veranstalter mitteilten.

"Rostock hetzt nicht - Rostock hilft", lautete das Motto auf dem Neuen Markt. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zeigte sich zufrieden, dass sich so viele Menschen in der Hansestadt für eine Willkommenskultur einsetzten. Es müsse alles dafür getan werden, dass an Orten, an denen Elend Menschen zur Flucht zwingt, eingegriffen werde. "Dort müssen wir zupacken, dort müssen wir mit Organisation und Geld helfen. Dieses Geld werden wir in Deutschland gemeinsam aufbringen." Rostock ist den Angaben aus dem Rathaus zufolge bei der Betreuung der Flüchtlinge an der Grenze der Belastbarkeit angelangt.

Fünf Polizeibeamte verletzt

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Am Rostocker Hauptbahnhof ging es nach der AfD-Demonstration unruhig zu.

Nach Beendigung des AfD-Aufzuges sind Polizisten am Hauptbahnhof von rund 60 Menschen angegriffen worden, teilte die Polizei am späten Abend mit. Aus welchem Umfeld die Angreifer stammen, wurde auch auf Rückfrage hin nicht bekannt geben. Eine Eskalation sei verhindert worden, es wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet.

Sieben Tatverdächtige wurden zwischenzeitlich vorläufig festgenommen. Bereits davor waren Beamte nach Angaben der Polizei attackiert worden. Bei Provokationen zwischen AfD-Anhängern und Gegendemonstranten seien Flaschen, Steine und Pyrotechnik geworfen worden, teilweise auch auf Polizisten. Dabei wurden fünf Beamte leicht verletzt.

Auch Kundgebung in Schwerin

In Schwerin gingen am Sonnabend nach Polizeiangaben rund 130 Pegida-Anhänger auf die Straßen, dort blieb es ruhig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.10.2015 | 10:00 Uhr