Stand: 12.06.2015 15:59 Uhr

Dehoga will Zwölf-Stunden-Tage im Service

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12 Stunden am Stück oder doch eher in drei Schichten arbeiten? Die Gastro-Branche streitet über Arbeitszeiten.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga stößt mit seiner Forderung nach einem Zwölf-Stunden-Tag für die Beschäftigten auf Widerstand. Wie der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Mecklenburg-Vorpommern, Jörg Dahms, am Freitag sagte, lehnt die Arbeitnehmervertretung die Pläne vehement ab. Statt längere Arbeitszeiten zu fordern, sollten die Arbeitgeber mehr Mitarbeiter einstellen, so Dahms.

Dehoga will Zwölf-Stunden-Tage für Servicekräfte

Die Chefs in der Branche wollen ihre Mitarbeiter an drei Tagen in der Woche auch bis zu zwölf Stunden einsetzen. Das Arbeitszeitgesetz müsse geändert werden - bisher gelten zehn Stunden als Obergrenze. Diese Höchstarbeitszeit aber werde immer mehr zum Problem, so ein Dehoga-Sprecher. Beispielsweise könne ein Gastronom bei Hochzeitsfeiern, die länger als geplant dauern, die Mitarbeiter nicht mitten in der Nacht wechseln.

NGG fordert Drei-Schicht-Modell

Mit einem Drei-Schicht-Modell könne ein Tag im Service voll abgedeckt werden, widersprach Dahms. Die Arbeitgeber müssten dazu endlich mehr Mitarbeiter einstellen. Schon jetzt seien viele Servicekräfte am Ende - sie müssten auch mal Pause machen und hätten nebenbei auch noch Familie. Ein Zwölf-Stunden-Tag an drei Tagen in der Woche - das sei mit der Gewerkschaft nicht zu machen.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 40.000 Menschen in Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Branche werden im Vergleich die niedrigsten Löhne bezahlt.