Stand: 10.12.2015 09:26 Uhr

Bundeswehr will Pastörs rauswerfen

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Die Bundeswehr will Pastörs aus ihren Reihen ausschließen und ihm seinen Reservisten-Status aberkennen.

Der Chef der NPD-Landtagsfraktion, Udo Pastörs, bekommt wegen seiner gerichtlichen Verurteilungen Ärger mit der Bundeswehr. Pastörs soll nach Informationen von NDR 1 Radio MV seinen Dienstgrad als Stabsunteroffizier der Reserve verlieren. Der Wehrdisziplinaranwalt ist offenbar zu dem Schluss gekommen, dass Pastörs dem Ansehen der Bundeswehr schadet.

Klage vor Disziplinargericht

Pastörs habe seine "nachwirkende" Treuepflicht zur Verfassung verletzt. Anlass sind seine Verurteilungen wegen Volksverhetzung, unter anderem vor dem Landgericht Saarbrücken. Der Disziplinaranwalt der Bundeswehr hat jetzt den Rechtsausschuss des Landtags über eine Klage vor einem Disziplinargericht informiert. Der Ausschuss hat dazu seine Zustimmung gegeben, in der nächsten Woche entscheidet der Landtag über die Aufhebung der Immunität.

Höchststrafe: Aberkennung seines Dienstgrades

Der 63-jährige Pastörs muss in dem Verfahren mit der Höchststrafe rechnen, der Aberkennung seines Dienstgrades - das kommt einem Ausschluss gleich. Er war nach seiner Uhrmacher-Lehre in den 1970er-Jahren Zeitsoldat bei der Luftwaffe und unterliegt laut einem Schreiben für den Rechtsausschuss noch immer der Wehrüberwachung. Der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende war für eine Stellungnahme am Mittwochabend nicht zu erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2015 | 07:00 Uhr