Stand: 01.09.2016 17:58 Uhr

Brandanschlag auf Haus von Ministerin Kuder

Die Polizei sichert Spuren am Haus der Kuders.

In Diedrichshagen bei Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat es einen Brandanschlag auf das Haus von Justizministerin Uta-Maria Kuder von der CDU gegeben. Am Mittwochabend hatten Unbekannte versucht, mit Hilfe von Brandbeschleunigern das einzeln im Wald liegende Haus anzuzünden.

Ministerin bei Brandanschlag selbst nicht im Haus

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Uta-Maria Kuder (CDU) ist erschüttert über den Anschlag. Ihr Mann entdeckte den Brand, sie selbst war nicht im Haus. (Archivbild)

Gegen 22.45 Uhr am Mittwochabend hatte Kuders Ehemann den Brand bemerkt. Noch bevor Feuerwehr und Polizei eintrafen, konnte er das Feuer löschen. Justizministerin Kuder selbst war in der Nacht nicht im Haus. Dieser Brandanschlag habe sie erschüttert, ließ sie ihren Sprecher auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV mitteilen. Noch wisse niemand, wer aus welchem Motiv dahinter steckt. Sie sei froh, dass niemand verletzt wurde.

Polizei und Staatsschutz ermitteln

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Nach Angaben der Polizei sind auch die Hintergründe der Tat noch vollkommen unklar. Die Kriminalpolizei Anklam hat inzwischen die Ermittlungen wegen einer versuchten schweren Brandstiftung übernommen. Da eine politisch motivierte Straftat nicht ausgeschlossen werden könne, sei auch der Staatsschutz eingebunden, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Gutachter untersuchte das Haus auf Spuren. Der Sachschaden liegt bei rund 3.000 Euro.

Caffier: "Für Demokratie und Rechtsstaat eintreten"

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich erschüttert: "Das ist ein schlimmer Vorfall. Ich hoffe, dass es rasch gelingt, die Schuldigen zu finden und zur Verantwortung zu ziehen." Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verwies zwar auf die noch ungeklärten Hintergründe, angesichts der steigenden Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität rief er die Bevölkerung jedoch auf, "für Demokratie und Rechtsstaat einzutreten und den Extremisten eine demokratische Abfuhr zu erteilen."

Erst kürzlich Attacke auf Auto von Frau eines CDU-Politikers

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Auch die Umgebung des Hauses nehmen die Beamten unter die Lupe.

Bereits in der vergangenen Woche war in der Nähe von Ueckermünde ein Auto in Flammen aufgegangen. Es gehörte der Frau des CDU-Politikers Franz-Robert Liskow, der für den Landtag kandidiert. Auf dem Wagen befanden sich Aufkleber mit Wahlwerbung. Außerdem wurde auf eine Autoscheibe ein Hakenkreuz gesprüht. Inzwischen konnte die Polizei fünf Männer im Alter von 22 bis 30 Jahren ermitteln, die die Brandstiftung begangen haben sollen. Die Männer aus Berlin seien dem linken Spektrum zuzurechnen, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.09.2016 | 16:00 Uhr

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