Stand: 26.02.2016 15:30 Uhr

Bildungsminister stellt Inklusions-Strategie vor

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Für die Inklusion körperbehinderter Schüler sollen 28 Schulen hergerichtet werden. (Themenbild)

In Mecklenburg-Vorpommern sollen der gemeinsame Schulbesuch behinderter und nichtbehinderter Kinder bald flächendeckend möglich sein. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) legte am Freitag in Schwerin gemeinsam mit der bildungspolitischen Sprecherin der Linken, Simone Oldenburg, eine Strategie für die Inklusion vor.

Bislang relativ wenig Lernbehinderte an Regelschulen

Wichtigster Baustein aus Sicht des Ministers: Landesweit sollen alle Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen aufgelöst werden. Für diese Schüler würden flexible Bildungsgänge an Regionalen und Gesamtschulen eingerichtet. Damit können sie in eigenen Klassen betreut werden, von dort aber auch in Regelklassen wechseln. Verglichen mit anderen Bundesländern besuchen in Mecklenburg-Vorpommern bisher nur wenige Schüler mit einer Lernbehinderung eine Regelschule.

Verhaltensauffällige Schüler sollen hingegen künftig stärker sonderpädagogisch betreut werden. Bislang werden sie zu fast 90 Prozent in Regelklassen unterrichtet. Für körperbehinderte Schüler soll es künftig 28 Schwerpunktschulen im Land geben, die baulich dafür vorbereitet werden.

Konzept soll noch vor Sommerpause beschlossen werden

Nach Angaben von Oldenburg war die massive Aufnahme verhaltensauffälliger Kinder in Regelklassen ein Hemmnis für die Akzeptanz der Inklusion. Viele Lehrer fühlten sich überfordert, sagte sie. Die Strategie soll beim vierten Inklusionskongress des Landes am 12. März in Wismar diskutiert werden. Dazu werden bis zu 400 Teilnehmer erwartet. Das Inklusionskonzept von SPD, CDU und der Linksfraktion soll noch vor der Sommerpause vom Landtag verabschiedet werden. Daran war drei Jahre lang gearbeitet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.02.2016 | 14:00 Uhr