Stand: 27.01.2016 20:31 Uhr

Batteriespeicher soll schwarzstartfähig werden

Der Batteriespeicher in Schwerin soll künftig auch für einen Neustart der Netze sorgen können. (Archivbild)

Der Energieversorger Wemag in Schwerin will mit seinem Batteriespeicher im Falle eines großflächigen Stromausfalls für einen Neustart der Netze sorgen können. Dafür beginnt jetzt ein dreijähriges Demonstrationsprojekt. Am Ende könnte laut Wemag erstmals in Deutschland ein Großspeicher statt eines Kraftwerkes für den Wiederaufbau des Stromnetzes bereitstehen.

Bei Blackout Hilfe aus dem Süden nötig

Bisher ist es in Mecklenburg-Vorpommern auch mit konventionellen Kraftwerken nicht möglich, nach einem großflächigen Stromausfall das Netz wiederaufzubauen. Dafür werden Elektrizitätswerke wie etwa die Pumpspeicheranlagen im thüringischen Goldisthal oder im sächsischen Markesbach benötigt.

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Minister: Hohe Sicherheit der Stromversorgung

An dem Forschungsprojekt ist neben dem Energieversorger und dem Batterie-Hersteller Younicos auch das Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Rostock beteiligt. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit 800.000 Euro gefördert. Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel (SPD) betonte, die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland sei hoch. Die Initiative in Mecklenburg-Vorpommern diene der zusätzlichen Sicherheit für den Fall der Fälle.

Energiespeicher gleicht Leistungsschwankungen aus

Der neuartige, aus 25.000 Lithium-Ionen-Akkus bestehende Batteriespeicher war 2014 in Betrieb genommen worden. Er gleicht Leistungsschwankungen durch Wind- und Solarstrom-Erzeuger aus. Die Bereitstellung effektiver Speicher- und Puffersysteme für den Ausgleich schwankender Strommengen aus Wind- und Solarparks gilt als eine Schlüsselfrage der Energiewende. Nach Angaben der Wemag erreicht der Speicher inzwischen vier Megawatt Batterieleistung. Die Technik weckte das Interesse der Fachleute im In- und Ausland: Rund 80 Delegationen aus deutschen Stadtwerken ebenso wie Gäste aus Großbritannien, Finnland, China und Japan haben seitdem die Anlage im Stadtteil Lankow besucht.

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NDR 1 Radio MV | 27.01.2016 | 21:00 Uhr