Stand: 15.02.2016 19:10 Uhr

Asbest: Amt verfügt Baustopp in Barth

Die Arbeiten für einen neuen Einkaufsmarkt in der Barther Innenstadt geraten ins Stocken. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGuS) hat nach NDR Informationen wegen größerer Asbest-Funde einen Baustellen-Stopp verfügt. Die Barther Firma, die die Abbrucharbeiten auf dem Privatgrundstück zunächst ausgeführt hatte, besitzt offenbar nicht die nötige Fachkunde und Zertifikate für den sachgemäßen Umgang mit dem gefährlichen Stoff.

Arbeitsschutz: Weiterer Abriss untersagt

Das LaGuS hat dem Betrieb, der einem Stadtvertreter gehört, deshalb aus Gründen des Arbeitsschutzes einen weiteren Abriss untersagt. Das teilte die Behörde auf Anfrage des NDR mit. Die Staatsanwaltschaft Stralsund sei eingeschaltet worden. Es gehe um den Verdacht einer Straftat, so das LaGuS. Das geschah bereits Anfang Januar, wurde aber jetzt erst bekannt. Barth wirbt als "staatlich anerkannter Erholungsort" um die Gunst von Urlaubern.

Kreissprecher: Keine Gefahr für Bevölkerung

Von der Staatsanwaltschaft hieß es, dass bisher in der Sache keine Ermittlungsverfahren laufen würden. Der Vorgang beschäftigt am Dienstag auch den Bauausschuss der Stadt. Mitglieder des Gremiums haben das Umweltamt des Landkreises informiert und verlangen Aufklärung. Ein Sprecher des Landkreises erklärte auf Anfrage des NDR, es bestehe keine akute Gefahr für die Bevölkerung. Eine Fachfirma werde die Arbeiten sicher fortsetzen, umfangreiche Sicherungsmaßnahmen seien nicht erforderlich.

Der Baustellenstopp gilt für das Grundstück Chausseestraße 68. Es befindet sich nördlich des geplanten Einkaufsmarktes. Offenbar sind bei dem Abriss der dortigen Halle größere Asbestmengen gefunden worden als zunächst vermutet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.02.2016 | 06:00 Uhr