Stand: 11.11.2014 14:35 Uhr

Anklam: Asylbewerber attackiert und verletzt

Drei Asylbewerber sind am Montagabend in Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald) offenbar von mehreren Unbekannten angegriffen und verletzt worden. Das Trio wurde nach eigenen Angaben in der Nähe des Busbahnhofs aus einer Gruppe heraus zunächst beschimpft und fremdenfeindlich beleidigt. Anschließend hätten die Täter auf die drei eingeschlagen. Einer der Angreifer soll dabei sogar mit einem Messer gedroht haben.

Durch Sprung gerettet

Den drei Asylbewerbern gelang die Flucht. Zwei von ihnen, ein 28-jähriger Mann aus dem Iran und ein 21-Jähriger aus Afghanistan, begaben sich zum Asylbewerberheim. Ein 27-jähriger Afghane wollte derweil zurückgelassene Fahrräder abholen. Gegenüber der Polizei gab er an, dass dabei ein Auto mehrmals auf ihn zugefahren sei, so dass er sich nur durch einen Sprung zur Seite habe retten können.

Kripo ermittelt

Die drei Asylbewerbern wurden später mit Verletzungen per Rettungswagen in ein Klinikum gebracht, konnten nach ambulanter Behandlung aber wieder entlassen werden. Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam hat eine Ermittlungsgruppe unter Leitung des Staatsschutzes eingerichtet. Die Suche nach den Tätern verlief bislang ergebnislos. Es sollen fünf Männer und drei Frauen beteiligt gewesen sein. Außerdem fahnden die Ermittler nach einem roten Ford Ka mit Anklamer Kennzeichen. Ob der Fahrer der achtköpfigen Gruppe zuzuordnen ist, wird dabei geprüft. Der Fall wurde offenbar nur deshalb bekannt, weil Polizisten den Afghanen überprüfen wollten, als dieser zwei Fahrräder schob. Daraufhin schilderte er die Vorkommnisse.

Attacke in Neubrandenburg

Erst am Sonnabend hatte ein unbekannter Täter vor dem Busbahnhof in Neubrandenburg einen Asylbewerber angegriffen. Zuvor war die Gruppe von Flüchtlingen nach ersten Erkenntnissen der Polizei von Unbekannten fremdenfeindlich beleidigt worden. Der 23-Jährige aus Eritrea erlitt eine Schürfwunde am Bein. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf. Der Angreifer gehörte zu einer Gruppe von vier Männern und einer Frau, die aus dem Raum Neubrandenburg stammen sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.11.2014 | 14:00 Uhr