Stand: 29.09.2017 17:39 Uhr

Angelverbot: Backhaus verlangt Nachbesserungen

In den grün schraffierten Flächen gilt ein Angelverbot.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat die neuen Angelverbotszonen in der Ostsee scharf kritisiert. "Wir wollen kein Angelverbot", sagte Backhaus NDR 1 Radio MV. Er fordert von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) intensive Nachverhandlungen. Backhaus verwies wie mehrere Kritiker vor ihm auf eine fehlende wissenschaftliche Grundlage für die Einschränkungen infolge einer Verordnung zur Einrichtung von Meeresnaturschuzzgebieten. Diese hätten auch wirtschaftliche Auswirkungen. Bis zu 300.000 Angeltouristen kämen jedes Jahr nach Mecklenburg-Vorpommern.

Zwei Angler mit einer Angel in der Hand.

Fangquote: Angler prüfen Klage

Nordmagazin -

Zum Schutz der Artenvielfalt sind neue Angelverbote in Kraft getreten. Betroffen sind auch zwei Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Dort prüft der Anglerverband eine Klage.

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Landesanglerverband prüft Klage

Der Landesanglerverband hatte bereits am Donnerstag angekündigt, gegen die Angelverbote in Nord- und Ostsee vorgehen zu wollen. In fünf von sechs neu ausgewiesenen Meeresnaturschutzgebieten sei das Angeln verboten, teilte der Geschäftsführer des Landesanglerverbandes, Axel Pipping, mit. Der Verband prüfe eine Klage gegen die vom Bundesumweltministerium erlassenen Schutzmaßnahmen, die das Angeln unter anderem in Gebieten am Rande der Kadetrinne, der Pommerschen Bucht-Rönnebank sowie im Fehmarnbelt untersagen. Es habe zwar seit anderthalb Jahren Gespräche über die Gebiete gegeben, das Verbot sei nun aber völlig überraschend gekommen.

Bundesagrarminister: "Schwerwiegende Verletzung des Vertrauensverhältnisses"

Tanker dürften dort fahren und Offshore-Anlagen errichtet werden, aber das Angeln sei verboten, monierte Pipping. Er kritisierte, dass Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die neue Verordnung zwei Tage vor der Bundestagswahl unterschrieben habe, das aber erst nach der Wahl öffentlich wurde. Das sei unehrlich und hinterlistig, so Pipping. Die Angler stehen mit ihrer Kritik nicht allein da. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) warf Hendricks eine "schwerwiegende Verletzung des notwendigen Vertrauensverhältnisses im Bereich Meeresumwelt" vor. Die Verbote seien erlassen worden, ohne dass es dafür eine wissenschaftliche Begründung gebe. Auch andere Landesverbände und der Bundesverband lehnten die Verbote ab.

Ruf nach Unterstützung vom Landesumweltministerium

Der CDU-Landtagsabgeordnete Holger Kliewe forderte, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Freizeitfischerei in den Gebieten auch künftig zu ermöglichen. Hendricks habe der Tourismuswirtschaft und der Freizeitfischerei einen erheblichen Schaden zugefügt, so Kliewe weiter. Der Landesanglerverband befürchtet zudem ein Überschwappen von Verboten auf weitere Schutzgebiete.

Bundesumweltministerium weist Kritik zurück

Das Bundesumweltministerium wies die Kritik zurück. Ein Sprecher sagte, dass Deutschland mit den neuen Naturschutzgebieten Vorgaben der EU erfülle. Zudem sei das Ministerium den Freizeitanglern entgegengekommen. Ursprünglich seien fast doppelt so große Angelverbotszonen in Nord- und Ostsee geplant gewesen. Naturschützer begrüßen die neuen Regelungen.

Umstrittene Verordnungen

Für sechs Gebiete in der Nord- und Ostsee, die 2004 als Meeresschutzgebiete beschlossen und 2007 als solche von der EU anerkannt wurden, wurden am Mittwoch die Schutzgebietsverordnungen in Kraft gesetzt. Die Verordnungen sind seit Jahren umstritten. Die EU hatte wegen der fehlenden Schutzgebietsverordnungen 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.09.2017 | 16:30 Uhr

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