Stand: 25.10.2017 14:24 Uhr

Airport Parchim: Pang nicht mehr Geschäftsführer

Der Investor des Flughafens Parchim, Jonathan Pang, ist nicht mehr Geschäftsführer der Firma LinkGlobal. Pang hatte mit dem chinesischen Fracht-Logistik-Unternehmen vor zehn Jahren den Militärflughafen Parchim gekauft. Im Geschäftsbericht von LinkGlobal, der dem NDR vorliegt, taucht Pangs Name nicht mehr auf, als Geschäftsführer wird stattdessen Ren Yongsheng aufgeführt. Wirtschaftsexperten, Politiker und Geschäftspartner aus der Region wollen Pang seit etwa anderthalb Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen haben.

Der chinesische Investor Jonathan Pang.

Wer ist Jonathan Pang?

Nordmagazin -

Erst vor Kurzem machte Jonathan Pang wieder Schlagzeilen, weil er Air Berlin kaufen wollte. Was hinter dem chinesischen Investor und seiner Firma LinkGlobal steckt.

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Experte: Branche in der Krise

Laut der Geschäftsbilanz ist LinkGlobal in den vergangenen Jahren offenbar immer mehr in Schieflage geraten. Die liquiden Mittel sind geschrumpft - von drei Millionen auf knapp 900.000 Euro. Außerdem hat das Unternehmen 2,8 Millionen Euro Schulden und kein Vermögen mehr. Auch die Jahresergebnisse weisen ein Minus auf. "Die gesamte chinesische Fracht-Logistikbranche befindet sich in einer Dauerkrise", sagt Prof. Ralph Wrobel, Experte für Wirtschaft und Politik in China. Fachleute gehen davon aus, dass LinkGlobal im Moment von billigen Staatskrediten lebt.

Landrat: "Die Enttäuschung ist schon groß"

Die neue Situation bei LinkGlobal könnte auch Auswirkungen auf den Betrieb des Flughafens Parchim haben. Die laufenden Betriebskosten des Airports und die Gehälter in Parchim bezahlt Pang derzeit zwar noch. Doch wie lange der Mutterkonzern LinkGlobal in China noch zahlungsfähig bleibt, ist unklar. "Einerseits ist die Enttäuschung schon groß. Man hat sich mehr erwartet", sagte der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen (SPD), NDR 1 Radio MV am Mittwoch. Andererseits habe es auch Beschwerden von Anwohnern wegen des Flugbetriebes gegeben. "Wenn es ein internationales Frachtkreuz geworden wäre, dann wären die Flieger im Minutentakt gekommen. Das wäre natürlich eine riesige Belastung gewesen", meint Christiansen.

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Landkreis schließt Pleite nicht aus

Der Landrat geht davon aus, dass sich im Falle einer Pleite des Flughafens Parchim ein Insolvenzverwalter um die Airport GmbH kümmern müsste. Diese könnte drohen, wenn der Mutterkonzern LinkGlobal Insolvenz anmelden müsste. "Natürlich wird der Landkreis über seine Wirtschaftsförderung nach Investoren Ausschau halten, aber ich glaube, die Investoren, die einen Flughafen suchen, sind sehr rar gesät", so Christiansen. Deshalb stelle sich die Frage, wie man die Flächen anderweitig entwickeln könnte, wobei einige Grundstücke noch eine Kerosinbelastung aufwiesen.

Droht 30 Mitarbeitern der Arbeitsplatz-Verlust?

Wolfgang Waldmüller, Generalsekretär der Landes-CDU und Fraktionsvorsitzender im Kreistag, befürchtet, dass die 30 Beschäftigten des Flughafens ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Dennoch hofft er, dass der Flughafen weiter betrieben werden kann: "Es wird weniger Auswirkungen auf die 24-Stunden-Genehmigung oder auf die Möglichkeit, dass dort geflogen werden kann, haben. Dass diese erhalten bleiben, sei wesentlich - "damit man unabhängig vom Investor den Flughafen weiter entwickeln kann".

Flughafen Parchim vor zehn Jahren gekauft

Pang hatte den ehemaligen Militärflughafen in Parchim vor zehn Jahren für rund 17 Millionen Euro gekauft. Der Flughafen sollte zu einem internationalen Drehkreuz ausgebaut werden, mit großem Outlet, Luxusgeschäften, Konferenzräumen und Hotels. Bisher gab es allerdings nur einige wenige Frachtflüge, Wartungsaufträge und Trainingsflüge für Piloten. In diesem Jahr hatte sich Pang an dem Bieterverfahren des insolventen Flughafens Frankfurt-Hahn sowie um die Fluggesellschaft Air Berlin beteiligt, kam aber in beiden Fällen nicht zum Zuge.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.10.2017 | 16:10 Uhr

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